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5. DIE “ZAUBERLEINE”

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(Achtung: Aufmerksame Leser haben mich darauf aufmerksam gemacht, dass die Textpassage zur Beschreibung der Vorführleine im Kontext mit dem Begriff “Würgeleine” missverständlich war. Deshalb habe ich den nachfolgenden Text überarbeitet mit dem ausdrücklichen Hinweis, dass die hier beschriebene Vorführleine nur fälschlicherweise als Würgeleine beschrieben wird, da sie ihr ähnlich sieht, aber nicht mit ihr identisch ist. Die von mir nur unter sehr begrenzten Umständen mit einer positiven Bewertung belegten Vorführleine hat konstruktiv nichts mit der Würgeleine zu tun.)  

Die „Zauberleine“ oder ein Plädoyer pro Vorführleine – erzählt aus der Perspektive eines ehemaligen „Problemhundes“:

„Ich bin ein ehemals  ‚verhaltensauffälliger Problemhund‘ – wie mein Herrchen mich bezeichnet. Dabei stellte sich bei meiner ‚Resozialisierung‘ sehr schnell heraus, dass mein sogenanntes Problem gar nicht in meinem Wesen begründet war, sondern lediglich – wie in den meisten Fällen – im Fehlinterpretieren meiner völlig natürlichen Reaktion auf völlig falsche Verhaltensweisen meines Herrchens. Ich will dazu eine kleine Geschichte erzählen anhand der so genannten Zauberleine, die ich bei meinem Hundetrainer kennenlernen durfte und bis heute mag:

Die Kenner der Leine teilen sich in Freund und Feind

Die allgemein als Vorführleine oder mit allerlei anderen Begrifflichkeiten wie Showleine oder Retrieverleine belegte Hundeleine, die im Wesentlichen aus einer Kordel besteht, die um den Hals des Hundes eine Schlaufe bildet, die sich nicht selbstständig oder versehentlich zusammenziehen darf, und einem so genannten Stopper, der die Größe der Schlaufe an die Halsgröße anpassbar macht, gerät hin und wieder mal ins Blickfeld der Kritik und polarisiert ihre Kenner schon mal leicht in enthusiastische Anhänger einerseits und vehemente Gegner andererseits. Der Extremist unter letzteren tituliert sie sogar gerne mal als ‚Würgeleine‘, aber wahrscheinlich nur dann, wenn eine Verwechslung und damit eine falsche Vorstellung von ihrer Konstruktion vorliegt. Denn beides, sowohl die Kritik als auch der missbräuchlich verwendete Begriff, sind vermeidbar, wenn die Leine einerseits eine vernünftige und sichere Konstruktion aufweist und sie andererseits mit Sinn und Verstand eingesetzt wird, so dass sie nicht einmal versehentlich zum Würgen führen kann. Andererseits müsste ich den Kritikern allerdings Recht geben. Aber besonders wichtig ist, dass die uns mit ihr gegebenen Hinweise unmissverständlich sein müssen, indem sie im sinnhaften Kontext passieren und Herrchen gleichsam seine Rolle als Rudelführer auch konsequent ausfüllt. Aber das scheint mir der Casus knacksus zu sein.

Der Casus knacksus ihrer Bewertung

Wenn sie in der Praxis tatsächlich einmal als Würgeleine missbraucht werden sollte, ist entweder die Konstruktion falsch oder hätte derjenige, der dafür die Verantwortung trüge, exemplarisch seine Unkenntnis und vor allem Unfähigkeit als Hundeführer unter Beweis gestellt. Denn eine Vorführleine ist noch nicht einmal zu unserem Festhalten gedacht, was ja die unabdingbare Voraussetzung zum vermeintlichen Würgen wäre. Oder was von beobachtenden Laien als solches interpretiert werden könnte. Diese Leine dient nämlich ausschließlich dem Zweck, uns in unserem unerwünschten Verhalten zu korrigieren, uns also Korrekturhinweis zu geben. Wenn sich Herrchen allerdings wie beim Sibirischen Schlittenhunderennen mittels einer Vorführleine durch den Ort schleifen lässt, liegt die Assoziation des Würgens verständlicherweise nahe.

Der korrekte Sitz und ihre sinnhafte Anwendung sind entscheidend

Ultimative Voraussetzungen dafür, dass die Leine ihren angedachten Zweck überhaupt erfüllen kann, sind zwei Dinge:

  1. Ihr korrekter Sitz. Unser Hals ist nämlich ein außergewöhnlich empfindliches und sensibles Körperteil und erfüllt sogar eine wichtige und oftmals verkannte soziale Funktion. Er dient sowohl der Klärung der Rangordnung als auch dem Liebkosen. Ähnlich dem Verhaltenskodex beim Menschen: Wenn Papa dem Sprössling klar machen will, wer der ‘Herr im Hause’ ist, wird er ihm sicherlich fest zupackend ins Genick greifen. Will er sich allerdings bei Mama einschmeicheln, wird er ihr kaum die Kehle zudrücken, sondern einen liebkosenden Schmatzer auf den Hals drücken. Aber nicht irgendwo, sondern auf eine der für das Liebkosen empfänglichen Flanken. Und die gleiche Funktionsverteilung findet sich bei uns wieder. Meinesgleichen greifen sich als Drohgeste in Kehle und Nacken, um sich Achtung und Respekt zu verschaffen und dem anderen klar zu machen, dass sein Entscheidungsspielraum hier endet. Die seitlichen Halspartien sind hingegen unseren Freunden und friedlich gesinnten Artgenossen vorbehalten. Will sich also Herrchen als Rudelführer Respekt bei uns verschaffen, gibt es einen kurzen und sanften Leinenzug an Kehle und Nacken. Vorausgesetzt, die Vorführleine liegt eng am Halse an und überträgt insbesondere am Nacken direkt zwischen den Ohren diesen alles entscheidenden Impuls. Und dazu muss der Stopper in exakt dieser Position platziert sein. Sollte der Hund trotzdem mal an der Leine zerren, muss die Konstuktion ein ungewolltes Zusammenziehen (ähnlich einer Schlinge) verhindern. Schlappert das Ding allerdings wie ein Galgenstrick um den Hals, ist der Sinn völlig verfehlt.
  1. Um den Erfolg eines mittels der Leine gegebenen Korrekturhinweises zu gewährleisten, muss selbige zwingend im Kontext mit der ‘Rudelführerschaft’ des Herrchens erfolgen. Wenn ein Korrekturhinweis uns signalisiert, dass wir wieder einmal dabei sind, etwas falsch zu machen, bezieht sich dieser Hinweis immer auf unseren uns nicht zustehenden Entscheidungsspielraum. Wir haben uns also in diesem Moment entschieden etwas zu tun, was uns entsprechend unserer Position in der Rangordnung aber gar nicht zusteht. Wenn Herrchen aber diese Maßregelung nicht simultan durch seine Körpersprache begleitet, indem er uns eben nicht vor Selbstbewusstsein strotzend wie Gaius Julius Cäsar klar macht, dass er der Ranghöhere ist, sondern schlappschwanzartig hinter uns her trottelt, macht dieser Korrekturhinweis nicht nur keinen Sinn, sondern bringt uns gleichsam in einen riesigen Konflikt.

Wenn wir durch einen Leinenruck oder Leinenzug am Hals signalisiert bekommen, dass jetzt wieder einmal die Frage nach der Rangordnung geklärt werden soll und ein in diesem Kontext sinnvolles Auftreten des Rudelführers ausbleibt, bleibt für uns auch diese Frage unbeantwortet. Wir erwarten dann zwar eine Antwort, bekommen sie aber nicht nur nicht, sondern bekommen von dem Schlappschwanz obendrein noch eine falsche.

Bedauerlicherweise gibt uns Herrchen aber das Signal ‚Rangordnung klären‘ fälschlicherweise meistens mit der Absicht, uns zur besseren Leinenführbarkeit zu ermahnen und begreift die sozialen Konsequenzen seines falsch gegebenen Befehles überhaupt nicht. Er wundert sich gleichsam aber, wenn wir entsprechend unseres Verständnisses dieses Befehls reagieren, weil wir sein Signal als Bedrohung interpretieren. Viele meiner Artgenossen ziehen dann noch stärker an der Leine, weil sie dem unangenehmen Druck an Hals und Kehlkopf entkommen möchten. Manche werden aggressiv oder sind völlig verunsichert.

Die Folge: Zwischen uns und dem Menschen ist es wieder einmal zu einem handfesten Verständigungsproblem gekommen. Aber nicht, weil wir die Befehle nicht verstehen. Diese gibt es schon seit tausenden von Jahren und kennt schon unser Vorfahre, der Wolf. Es liegt vielmehr an der Unkenntnis beim Herrchen über unsere Interpretation der uns gegebenen Befehle.

Ein unentbehrliches Mittel bei der Resozialisierung

So umstritten die Vorführleine auch sein mag, bei korrekter Anwendung und Konstruktion ist sie als Hilfsmittel bei der erfolgreichen Resozialisierung meiner missratenen Artgenossen schier unschlagbar. Ich spreche aus eigener Erfahrung, die ich machen konnte bei der ersten – und übrigens auch einzigen Begegnung mit meinem Trainer im Zuge meiner ‚Wiedererziehung‘ und ‚sozialen Korrektur‘. Er legte mir diese ‚Zauberleine‘ – wie mein Herrchen seinerzeit voller Bewunderung und staunend dieses Ding nannte – um und gab mir ein kurzes – übrigens nicht etwa schmerzhaftes, sondern eher sanftes – Zeichen über einen Leinenzug und blickte mir simultan mit erhobenem Zeigefinger relativ streng in die Augen. Dabei gab er einen schwer erklärbaren Zischlaut von sich, den ich aber später eindeutig diesem Korrekturhinweis zuordnen konnte, weil er immer nur in diesem Kontext auftrat. Aber das Entscheidende war: Er kam mir tatsächlich vor wie Gaius Julius Cäsar. Nie im Leben hätte ich mir erlaubt zu protestieren.

Mein Entscheidungsspielraum war wie ausgelöscht

Und so unglaublich es auch klingen mag: Mir war umgehend bewusst, wer hier ab sofort der Chef im Ring ist. Und mein Entscheidungsspielraum war wie ausgelöscht. Auch wenn dies vielleicht alles sehr unangenehm klingt, es aber in Wirklichkeit überhaupt nicht war. Denn das Ganze hatte für mich einen bis dahin nicht vorstellbaren Segen: Die gesamte Last der Verantwortung für meine Sicherheit und die meines Herrchens fiel zentnerschwer von meinen Schultern. Für mich offenbarte sich eine Hundewelt, die nur noch eines kannte: Kümmere dich nur noch um die Anweisungen deines Chefs und habe mit ihm gemeinsam Spaß. Alles andere, wie deine stressige Bedürfnisbefriedigung, überlasse einfach ihm. Der macht das schon.

Euer Neo“

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4. “ENDLICH VERSTEHT MICH EINER!”

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Ein Missverständnis mit schwerwiegenden Folgen oder der große Wiedersehens-Irrtum

Es war wieder einmal eine alltägliche Begebenheit, in der ich dem völlig verblüfften „Publikum“ ihren Irrtum hätte erklären müssen, wenn man mir die Gelegenheit gegeben hätte:

Es war ein typisches Wiedersehensszenarium in der Empfangshalle eines Flughafengebäudes. Ein älterer Herr, offensichtlich der Papa eines Rückkehrers, wartete ungeduldig mit Lupo, einem kleinen Beagle, vor der Tür mit der Aufschrift „Arrival“. Beide starrten sehnsüchtig auf diese Tür, bis sie endlich den über alles geliebten Sohn “ausspuckte”, um ihn willkommen zu heißen. Dieser, eine auch Lupo sehr vertraute und von ihm sicherlich geliebte Person, wurde nun bei seinem Heraustreten aus der „Arrival-Pforte“ nahezu frenetisch begrüßt. Lupo, der kleine Beagle, kriegte sich kaum wieder ein, sprang ununterbrochen wie außer Rand und Band an dem Rückkehrer hoch, kläffte erbärmlich, fabrizierte sogar völlig unkontrolliert einen kleinen See auf den Fußboden, rannte wie enthemmt um seinen Freund herum und sprang immer und immer wieder an ihm hoch, um ihm seine “Lefzen” zu lecken. Aber was besonders auffiel: Seine Rute rotierte wie ein Quirl auf Hochtouren.

Das herumstehende „Publikum“ wurde von dieser Wiedersehensszene derart in den Bann gezogen, dass sie beinahe vergaßen, ihre eigenen Rückkehrer zu begrüßen. Aus jeder Ecke hörte man: „Guck doch mal, wie dieser Hund sich freut!“ Manch einem standen vor Rührung die Tränen in den Augen. Hätte man das „Publikum“ gefragt, woran sie denn meinen, die Freude des Hundes erkannt zu haben, hätten sicherlich viele von ihnen geantwortet: „Na woran schon? Gucken Sie doch mal, wie wild der mit seinem Schwanz wedelt!“

Aber war das wirklich Freude?

Für alle beobachtenden Laien dieser Szene stand also fest: Das ist Ausdruck ungebändigter Freude und Beweis reinsten Glückes seitens des kleinen Lupo. Aber war es das wirklich? War es nicht eher so, dass Lupo zwar den Rückkehrer mit Freude begrüßte, aber diese doch gepaart war mit einem noch viel stärker wirkenden Gefühl der extremen Unsicherheit und einer Liste offener Fragen? Unsicher, ob alles noch so geblieben ist wie es war, als der Freund fortging. Hegt er noch die gleichen freundschaftlichen Absichten? Gelten noch die gleichen Regeln wie zuvor? Wird der Rückkehrer auch weiterhin für meine Sicherheit sorgen und vor Feinden und Rivalen beschützen, so wie er es damals tat? Darf ich auch weiterhin uneingeschränktes Vertrauen zu ihm haben? Ist mein Entscheidungsspielraum und damit mein Verantwortungsbereich weiterhin so eingeschränkt wie bisher?

Warum hörte Lupo dann aber augenblicklich mit dem Schwanzwedeln auf? Löste sich seine Freude etwa in nichts auf?

Wenn es reines Glücksgefühl gewesen wäre, warum hörte Lupo dann aber abrupt mit dem vermeintlich freudigen Schwanzwedeln auf, nachdem der Heimkehrer ihm mit einer routinierten Geste klar gemacht hatte, dass alles in Ordnung sei? Wie von Geisterhand gestoppt hörte Lupo nämlich auf mit seinem wilden Begrüßungsritual und legte sich platt wie eine Briefmarke auf den Boden, ohne dass sein Schwänzchen auch nur ein winziges Zucken offenbarte. War da etwa sein Glücksgefühl wie ausgelöscht? Wohl kaum. Der Heimkehrer hatte ihm nur deutlich zu verstehen gegeben, dass es keinen Grund mehr gebe für jegliche Unsicherheiten.

Woran erkenne ich, wann mein Hund sich sicher fühlt?“

Diese Frage wird mir häufig gestellt. Denn ich beschreibe das Ziel eines Hundetrainings als dann erreicht, wenn der Hund im alltäglichen Leben möglichst oft einen Zustand des befriedigten Sicherheitsbedürfnisses hat. Ich reagiere dann gerne mit einer provozierenden Antwort:

Sorgen Sie dafür, dass ihr Hund möglichst selten mit dem Schwanz wedeln muss!“

Das sorgt in der Regel bei meinen Zuhörern nicht nur für Erstaunen, sondern sogar für Irritationen, denn vor ihrem geistigen Auge läuft sofort ein Film ab, wie ihr Liebling sie abends vermeintlich freudig erregt – und eben Schwanz wedelnd – bei ihrem Heimkommen begrüßt. Warum sollte man also dem Hund einen so glücklichen Moment vorenthalten?

Weil es ein untrügliches Zeichen von Unsicherheit ist!

Ein wichtiges Indiz für den Gemütszustand eines Hundes ist der optische Eindruck, den seine Rute hinterlässt. An ihr können nicht nur seine Artgenossen allerhand Informationen ablesen, denn er ist ein wichtiges kommunikatives Organ. Sondern auch wir Menschen könnten, wenn wir wollten, mittels seiner Aktivität oder Inaktivität wichtige Information generieren: Wenn Hunde ihren Schwanz ruhig nach unten halten, sind sie nämlich völlig entspannt. Voraussetzung für eine völlige Entspannung ist aber die totale Abwesenheit jeglicher Unsicherheit. Denn die Sicherheit ist – wie bereits mehrfach angesprochen – das fundamentale Grundbedürfnis, welches der Hund in allen Lebenssituationen sichergestellt wissen will.

Mit dem Schwanz zu wedeln ist kein Ausdruck von Freude!

Wenn er allerdings mit der Rute wedelt, muss es dafür äußere Gründe geben, die in seinem Inneren einen Zustand von Unsicherheit generiert ob dessen, was da draußen passiert. Solche Unsicherheiten müssen nicht zwangsläufig negativ belegt sein. Sie können sogar mit Freude korrelieren. Beispielsweise wenn Herrchen das Lieblingsspielzeug in die Hand nimmt oder einen Stock. Reflexartig wird Lupo mit der Rute wedeln. Aber dann ist nicht die Freude der Auslöser des Schwanzwedelns, sondern die Einschätzung einer Situation, dessen Ausgang er nicht wirklich bewerten kann. Denn er weiß nicht einzuschätzen, was Herrchen mit dem Ding wohl vor hat.

Wissenschaftliche Erkenntnisse über das  Schwanz-Wedeln:

Wissenschaftliche Untersuchungen haben sogar ergeben, dass die Richtung, in der mit der Rute gewedelt wird, Rückschlüsse auf den Seelenzustand zulassen. Das Gehirn verarbeitet in der linken Hemisphäre nämlich andere Gemütszustände als auf der rechten. Im Fachmagazin Current Biology schreiben die Wissenschaftler, dass ein eher nach rechts gerichtetes Wedeln bei aktiver linker Hirnhälfte ausgelöst werde und positive Emotionen anzeige – etwa beim Anblick des Besitzers. Sei aber die rechte Hirnhälfte aktiv, folge ein eher nach links gerichtetes Wedeln, erläutern die Forscher. Dies sei zum Beispiel der Fall, wenn der Hund mit einem unfreundlichen Artgenossen konfrontiert sei. Beide Situationen werden aber grundsätzlich begleitet durch das Gefühl der Unsicherheit bezüglich des Ausgangs der jeweiligen Situation. Und deshalb das Wedeln.

Mit der Rute wedeln signalisiert immer Unsicherheit!

Summa summarum bleibt festzustellen, dass der Hund immer dann mit der Rute wedelt, wenn er unsicher ist und mental erregt. Wenn der Grund für diese Unsicherheit in einer möglichen Gefahr oder Bedrohung seiner Sicherheit besteht und dieser Zustand sogar eine Form der Dauerbelastung annimmt, kommt er dem Stress sehr nahe. Also sollte das Ziel des Rudelführers Mensch darin bestehen, so oft es irgend geht, Situationen zu vermeiden, in denen der Hund aus diesen Gründen mit seiner Rute wedelt. “Wackelt er mit dem Schwanz”, weil er nicht einzuschätzen vermag, ob Herrchen nun das aufgehobene Stöckchen wirft oder nicht, dann lasst ihn wackeln so oft er will, denn das hat nur etwas mit “spaßiger” Unsicherheit zu tun.

Unsicherheit erzeugende Situationen gibt es derer aber viele:

Typische Situationen, in denen er unsicher ist, was wohl als nächstes passiert, gibt es derer bekanntlich viele:

Wenn er Herrchen hört, wie er die Leine vom Haken nimmt oder mit dem Schlüsselbund klappert, freut der Hund sich vermeintlich auf einen Spaziergang. Aber hat sich Herrchen schon einmal darüber Gedanken gemacht, ob sein Schützling sich mental auch dieser Herausforderung gewachsen fühlt? Ist er sich sicher, ob er weiß, was für ein Abenteuer da draußen auf ihn wartet? Lauern dort vielleicht Gefahren in Gestalt irgendwelcher Konkurrenten oder Revierrivalen? Die Assoziationen, die ein bevorstehender Spaziergang bei manch einem Artgenossen von Lupo auslöst, begründet in seinen letzten gruseligen Erfahrungen auf der Hundespielwiese, können durchaus puren Stress bedeuten.

Kann sich der Mensch in etwa vorstellen, wenn er seinen Hund im fremden Gelände vorweg laufen lässt, was dies für ihn für eine enorme mentale Belastung ist, in einem von fremden Artgenossen markierten und verminten Gelände Aufklärungsarbeit leisten zu müssen? Unter Umständen ist sein Stressniveau, begründet in riesiger Angst, so groß, dass er sogar seine eigenen Hinterlassenschaften sofort wieder auffrisst, um ja keine Spuren zu hinterlassen und die Konkurrenten ja nicht zu provozieren. Achtet in solchen Momenten doch einmal auf seine Rute. Mit Freude hat das nichts zu tun.

Oder weiß Herrchen, was im Kopf seines Hundes vorgeht, wenn er mit dem Schlüsselbund klappert und ohne ihn das Haus verlässt? Ist er sich dessen bewusst, dass für den Hund ein wichtiges Rudelmitglied das Rudel verlässt und er unter Umständen überhaupt nicht einzuschätzen vermag, welche Folgen dies für ihn und seine Sicherheit hat?

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3. “ENDLICH VERSTEHT MICH EINER!”

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Eine kleine “Problemhunde”-Geschichte, erzählt von einem Hund:

“Ich bin ein Durchschnittshund. Mein Herrchen war der Meinung, ich sei aggressiv nicht nur gegenüber meinen Artgenossen, belle unbegründet fremde Menschen an, beiße ihnen sogar zur Begrüßung in die Hand, zerlege zu Hause allein gelassen die Wohnung und kläffe dann wie am Spieß und zerre beim Gassi-Gehen obendrein auch noch nervend an der Leine. Und neuerdings fraß ich sogar meine eigenen Hinterlassenschaften wieder auf, wenn wir uns in fremden Gebieten bewegten. Mit anderen Worten: Ich sei sozial nicht verträglich. Deshalb begab er sich mit mir zu mehreren Hundeschulen, um diese ‘Probleme’ aus der Welt schulen zu lassen und mich zu resozialisieren, wie er es drastisch ausdrückte.

Da diese Besuche keine Erfolge zeitigten und er mittlerweile schon sehr viel Geld in meine ‘Problembeseitigung’ gesteckt hatte, engagierte er einen Problemhundetrainer. Jedenfalls nannte dieser sich so. Doch auch das war nicht wirklich erfolgreich. Bei der Auswahl dieser selbsternannten Experten hatte er wohl kein glückliches Händchen. Denn keiner hatte mein Problem offensichtlich wirklich erkannt geschweige denn verstanden.

Bis der Zufall es wollte, dass wir aufgrund einer Empfehlung Kontakt zu einem Hundetrainer bekamen, bei dem ich sofort spürte: ‘Das kann was werden!’ Schon unsere erste Begegnung verlief überraschend anders als ich es bisher gewohnt war. Ich durfte ihn nämlich zuvor ausgiebig beschnuppern, bevor er mich überhaupt ansah geschweige denn ansprach. Angefasst hat er mich überhaupt nicht, denn das mag ich gar nicht. Jedenfalls nicht von jedem und schon gar nicht von jemandem, dem ich zuvor noch nie begegnet bin. Versetzen Sie sich doch einmal in die Situation einer ersten Begegnung mit einem wildfremden Menschen: Noch bevor er ihnen Guten Tag sagt, würde er ihnen zur Begrüßung mit schweißig klebrigen Händen über den Kopf streicheln.

Jedenfalls gab ich meinem Herrchen spontan zu erkennen, dass diese Neubekanntschaft mir gefalle und demonstrierte dies gleich mit einem Kontaktliegen und setzte mich auf dessen Fuß. Das erstaunte mein Herrchen schon sehr, denn er war es angeblich von mir eher gewohnt, einer Neubekanntschaft ‘zur Begrüßung’ in die Hand zu beißen, anstatt sich vertrauensvoll an sein Bein zu lehnen.

Das Grundverständnis für mein ‘Problem’-Verhalten liegt darin begründet, dass Mensch und Hund zu keiner Zeit gleichberechtigte Partner, sondern immer in einer Beziehung von Befehlsgeber und Befehlsempfänger waren. Wir haben uns relativ widerspruchslos auf die Rolle des Befehlsempfängers eingelassen, da wir als Rudelwesen ohnehin hierarchische Strukturen gewohnt waren. Diese Unterordnung hatte für uns einen sehr wichtigen Vorteil: Wir konnten nämlich den Schutz durch den Rudelführer Mensch genießen.

Damit waren zwei wichtige Merkmale im Zusammenleben von Mensch und Hund besiegelt: Der Mensch einerseits übernimmt sowohl die Führung als auch unseren Schutz, und wir andererseits erfüllen bedingungslos die uns gestellten Aufgaben und genießen dafür die Befriedigung unserer Bedürfnisse.

Und exakt dieses Gefühl des Geltens dieser Regeln hatte ich bei der ersten Begegnung mit dem neuen Trainer. In meiner Erinnerung sind zwei bemerkenswert neue Dinge dieser Erstbegegnung mit einem Fremden haften geblieben:

Zum einen die mir gegebene Möglichkeit einer ausgiebigen olfaktorischen Identifizierung des Neuankömmlings, indem ich ihn ausreichend beschnuppern durfte.

Und zum anderen seine bis dahin beinahe schon demonstrativ wirkende Ignoranz meiner Anwesenheit, indem er mich keines einzigen Blickes würdigte, was mir signalisierte, dass er für mich keine Konkurrenz in meinem Revier darstellte.

Wir sehnen uns nach Führung und Schutz

Nachdem dieses für mich beruhigend wirkende Begrüßungsritual absolviert war, änderten sich allerdings sowohl sein Verhalten als auch seine Körpersprache. Er legte mir nämlich mit einer erwähnenswerten Bestimmtheit und über jeden Zweifel erhabenen Selbstsicherheit seine Zauberleine um, die in einem späteren Beitrag beschrieben wird, und strahlte hierdurch auf mich eine geradezu von Selbstbewusstsein strotzende Energie aus. Noch verstärkt wurde diese Wirkung dadurch, dass er jetzt, aber eben erst jetzt, mich direkt ansah. Auf die Bedeutung dessen wird ebenfalls noch in einem weiteren Artikel eingegangen, wenn die Rechte und Pflichten eines Rudelführers beschrieben werden.

Mit diesem Selbstbewusstsein und dem direkten Blick in die Augen machte er mir sofort klar, dass erjetzt ‘das Sagen hat’ und  er mir ab sofort zeigt, ‘wo es langgeht’. Und was noch viel wichtiger war: Er übernahm ab jetzt offensichtlich die Verantwortung für unsere Sicherheit. Damit war mir auch umgehend klar, dass er jetzt in fremden Gebieten vorne läuft und die Entscheidungen trifft, ich höchstens nebenher laufe, am besten sogar seitlich dicht hinter ihm. Das war für mich eine überraschend neue Erfahrung. Ich war ab sofort nicht mehr gezwungen, wie bisher, vor uns das Revier mit meiner Nase wie ein Laubsauger aufzuklären und jegliche Gefahren abwehren zu müssen. Und schon gar nicht musste ich die Entscheidungen treffen, denn die trifft nun mal derjenige, der die Verantwortung hat. Und das war er. Der ‘Entscheider’ muss nicht zwingend vorne herlaufen, schon gar nicht in bekanntem Gebiet. Aber mir war bewusst, dass mein Entscheidungsspielraum soweit eingeschränkt war, dass ich für alle wichtigen Absichten sein Einverständnis einzuholen haben. Dazu genügt in der Regel ein kurzer Blickkontakt.  Und als uns, wie der Zufall es wollte, wenig später ein fremder Artgenosse meiner Spezies über den Weg lief, zog er nicht, wie ich es gewohnt war, reflexartig an meiner Leine, um mir zu signalisieren, dass ich jetzt für uns beide aufzupassen habe, sondern blieb, für mich eben völlig unerwartet, ganz cool und brachte sich selbst zwischen mich und den Konkurrenten. Ich spürte dadurch sofort wieder seine wohltuende Selbstsicherheit und den sich daraus für mich logisch ergebenden Schutz. Denn offensichtlich war er willens und in der Lage, eventuelle Gefahren, die sich aus solchen Begegnungen ergeben könnten, für uns beide abzuwehren.

Im Grunde genommen lief all dies nur auf eines hinaus: Ich sollte mich ab sofort nur noch und ausschließlich auf ihn konzentrieren; alles andere ginge mich demzufolge nichts mehr an. Von da an begann für mich ein wohltuend entspanntes Leben. Und mein Herrchen meinte später, dass er jetzt nicht nur einen gut ausgebildeten Hund habe, sondern gleichwohl auch einen sehr gut erzogenen. Dass beides nicht zwangsläufig korreliert, werde ich später noch erläutern.

Euer Neo”

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2. SCHLÜSSELERLEBNIS EINES WELPEN

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Die Nichterfüllung der Schutzfunktion des “Elternteils” Mensch führt zu einem traumatisierenden Erlebnis des Welpen?

Ich endete im letzten Beitrag damit, dass, wenn der Hundebesitzer seine Rolle als Leitfigur – warum auch immer – nicht wahrnimmt, er seinen Hund möglicherweise in eine Konfliktsituation bringt, auf die dieser dann in einer unerwünschten Art reagiert.

Eine der ersten Schlüsselerlebnisse, die ein junger Welpe in seinem irdischen Dasein hat, ist die Begegnung mit seinesgleichen. Nicht die Begegnung innerhalb seines Wurfes unter Aufsicht und dem Schutz der lieben Mutter ist damit gemeint. Vielmehr während der ersten Spaziergänge mit dem „neuen Herrchen“, der ihn zuvor beim Züchter erworben hat und nun zum ersten Mal während eines gemeinsamen Spazierganges die „neue weite Welt“ inspiziert.

Befehlsempfänger und Schutzbedürftiger!

Die Domestikation des Hundes hat ihn – wie ich es bereits beschrieben habe – zu einem Befehlsempfänger werden lassen. Dies hat ihn einerseits zu einem schier unglaublich treuen Begleiter des Menschen gemacht; andererseits aber auch zu einem sehr schutzbedürftigen Wesen, welches insbesondere in den ersten Lebensmonaten zwingend die Unterstützung und Hilfe seines Herrchens benötigt.

Wer dies nicht glaubt, sollte einmal eine Meute Hunde beobachten, was diese mit einem kleinen und ungeschützten Neuankömmling veranstalten, der nicht die geringste Chance hat, sich gegen diese unvorstellbaren „Erniedrigungen“ zur Wehr zu setzen. Und schauen sie dann einmal in die verzweifelt um Hilfe suchenden Augen dieses kleinen Opfers.

Spreche ich in solchen Situationen die Besitzer an, ob sie ihrem kleinen Schützling nicht helfen wollen, kommt in der Regel die Antwort: „Die klären das doch untereinander!“

Das bedeutet für mich, diese Hundebesitzer haben das Problem überhaupt nicht erkannt. Man stelle sich die gleiche Szene mit kleinen Kindern auf einem Spielplatz vor. Mir kommen große Zweifel, ob der „kluge Papa“ dann auch sagen würde: „Die klären doch nur die Rangfolge in ihrem Rudel!“ Ich bin fest überzeugt, dass er hier energisch eingreifen würde, um seinem kleinen Sprössling zu Hilfe zu kommen und so vor einem traumatisierenden Erlebnis zu schützen.

Angsthase oder Aggressor?

Die Folgen solchen Verhaltens des Nichtwahrnehmens der Schutzfunktion durch das Herrchen zeigen sich später im erwachsenen Hundealter in Verhaltensweisen, die Herrchen sich meisten nicht erklären kann. Es gibt dabei zwei extreme Ausprägungen „unerwünschten“ Verhaltens. Entweder der Hund ist der typische „Angsthase“, der schon aus vermeintlich nichtigen Gründen Angstreaktionen zeigt, oder er zeigt aggressives Verhalten. Für Letzteres wird nur sehr selten sein Schlüsselerlebnis als erniedrigter Welpe erkannt, denn man schließt fälschlicherweise relativ schnell Angst als Ursache von Aggressionen aus. Wurde er aber als Welpe von einer Horde seiner Kollegen „niedergemacht“ und hat instinktiv unterwerfende Reaktionen gezeigt, indem er sich auf den Rücken legte, ohne dass dies zur Beendigung des Unterwerfens geführt hat, prägt sich bei diesem jungen Welpen u. U. die Erkenntnis ein, dass es keinen Sinn macht, sich zu unterwerfen. Angriff erscheint ihm von jetzt an als die bessere Strategie.

Und so gibt es im jungen Leben eines Welpen eine Vielzahl von ersten Erlebnissen, bei denen er zwingend die Hilfe und Unterstützung seines Herrchens benötigt, um schadenfrei durch diese erste Periode seines aufregenden Lebens zu kommen. Während dieser Zeit werden wichtige Grundlagen gelegt, die das spätere Verhalten des Tieres wesentlich prägen. Eine spätere Korrektur ist aufwendig.

Eine fachliche Unterstützung durch den Hundetrainer ist in dieser Zeit auch dann besonders sinnvoll, wenn der kleine Welpe als Geschenk für den kleinen Nachwuchs gedacht ist.

 

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1. KONFLIKTE ZWISCHEN HUND UND MENSCH

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Worin liegen die Ursachen für Konflikte zwischen Hund und Mensch? oder Warum verhält sich Ihr Hund nicht so wie Sie wollen?

Die meisten unerwünschten Verhaltensweisen eines Hundes sind das Resultat entweder des Fehlinterpretierens seines Verhaltens aufgrund der Nichtbeachtung seiner Grundbedürfnisse oder das „Vermenschlichen“ seines Verhaltens und der sich daraus ergebenden mangelnden Sozialisierung. Zu den daraus resultierenden Ärgernissen zählen zum Beispiel ausgeprägte Aggressionen gegenüber Mensch oder Artgenossen, Angst oder Kontrollverlust bei Abwesenheit des Herrchens, unaufhörliches Bellen oder  nervendes Zerren an der Leine bis hin zum generell vermeintlich „unlogischen“ Verhalten.

Es heißt so treffend: „Nicht der Hund versteht uns Menschen nicht, sondern der Mensch versteht ihn nicht“ … und verhält sich dadurch falsch. Und ein falsches Verhalten des Menschen kann nur zu einem – aus Sicht des Menschen – falschen Verhalten des Hundes führen, aber nicht „aus Sicht“ des Hundes.

Die Domestikation des Hundes hat ihm einerseits völlig andere Wesenszüge „anerzogen“ als sie sein Vorfahre noch hat aber andererseits noch typische Merkmale gelassen. Zu erstgenannten gehört seine potenzielle Bereitschaft zur Unterordnung unter die Führerschaft des Menschen. Aber der Hund hat weiterhin die gleichen Grundbedürfnisse. Insbesondere die Nichtbeachtung dessen führt zum Problemverhalten bis hin zur Notwendigkeit einer Resozialisierung.

Die Folgen der Unterordnung sind bemerkenswert und oftmals überraschend oder für manch einen sogar unakzeptabel. Und mir ist auch bewusst, dass ich mit dieser Überzeugung auf Widerspruch stoße, aber meine Erfahrungen bestätigen es immer wieder:

Der Hund ist kein Gleichberechtigter des Menschen und will es auch gar nicht sein. Deshalb halte ich Äußerungen wie „Machen Sie Ihren Hund zu Ihrem Partner“ zwar für lieb gemeint aber wenig zielführend. Dem Hund tun wir damit jedenfalls keinen Gefallen, im Gegenteil, wir irritieren ihn sogar. Weil durch diese Einstellung u.U. suggeriert wird, dass der Mensch sich an ihm genauso orientieren sollte wie er sich am Menschen.

Der Mensch muss derjenige sein, der führt und wie ein Elternteil zuverlässig Orientierung bietet. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Hund im Sinne eines Kadavergehorsams bedingungslos unterzuordnen hat. Ein solcher Gehorsam würde die berechtigten Bedürfnisse des Hundes ignorieren und zum Konflikt führen.

Der Hund benötigt und will eine Leitfigur, die ihm „zeigt, wo es langgeht“. Aber er erwartet von seinem Befehlsgeber auch Schutz, denn er ist sein Schutzbefohlener. In Situationen, in denen der Hund auf die Hilfe und Unterstützung seines Herrchens angewiesen ist, muss dieser ihm auch seine Hilfe und Unterstützung angedeihen lassen. Wenn nicht, sind entweder Angsttraumata oder Aggressionen die Folge.

Wenn der Hundebesitzer seine Führungsrolle – warum auch immer – nicht übernimmt, bringt er seinen Hund in eine Konfliktsituation, auf die dieser dann in einer möglicherweise unerwünschten oder „unlogischen“ Art reagiert.

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