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19. DIE ABSURDITÄT EINER VERMEINTLICHEN “RUDELTHERAPIE”

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Kürzlich bat mich ein Kunde um meine Meinung über eine so genannte „Raufergruppe“, in die „unsoziale“ Hunde geschickt würden, mit der Absicht sie zu therapieren. Er beschrieb mir dieses Prozedere sinngemäß so, dass angeblich verhaltensauffällige und insbesondere aggressive Hunde, die gegenüber anderen Hunden also nicht sozialisiert sind, losgeleint in ein Rudel fremder Hunde geschickt würden, um anschließend, quasi durch das Rudel „geheilt“, aus diesem Scharmützel therapiert wieder herauszukommen. Und damit sie bei dieser Aktion keinen Schaden anrichten, würden sie mit einem Maulkorb ausgerüstet. Auf meine ungläubige Nachfrage bestätigte er mir, dass dies sogar in Hundeschulen so praktiziert werde.

Nun kenne ich solche Praktiken aus den mir bekannten Hundeschulen zwar nicht, aber ich wollte auch nicht an seiner Glaubwürdigkeit zweifeln. Deshalb wollte ich ihm zumindest eine Bewertung aus meiner Sicht geben, bevor er tatsächlich auf die absurde Idee käme, seinem Schutzbefohlenen ähnliches antun zu wollen:

Sollte so etwas wie beschrieben tatsächlich praktiziert werden, wären zwei Sachverhalte zu bedenken:

  1. Einen Hund, bei dem eine so genannte intraspezifische Sozialisierung nicht oder noch nicht stattgefunden hat, losgeleint und seitens des Hundehalters willentlich in eine agonistische Auseinandersetzung mit einer Meute seinesgleichen zu schicken, käme einem massiven Bruch des eigentlich in einer Therapie aufzubauenden Vertrauens zwischen Hundehalter und seinem Hund gleich. Es wäre also der Worst Case.
  2. Die eigentliche Ursache des „unsozialen“ Verhaltens des Hundes würde dadurch nicht nur nicht beseitigt, sondern im Gegenteil, auf dramatische Weise sogar noch verstärkt.

Zur Erklärung dessen und zum Verstehen dieser Zusammenhänge macht es Sinn, sich zwei Fragen zu beantworten:

  1. Welche Einflussfaktoren begründen das soziale Verhalten eines Hundes und verursachen bei ihm u.U. Auffälligkeiten wie Aggressionen?
  2. Welche notwendigen Schlussfolgerungen müssen sich daraus für seine Erziehung oder u.U. eben für seine Therapie ableiten?

Das soziale Verhalten des Hundes wird im Wesentlichen durch sein Streben nach  Befriedigung seiner Grundbedürfnisse beeinflusst. Dabei können wir aber vereinfachend das Bedürfnisse nach Stoffwechsel, also Nahrung, und das nach Fortpflanzung im hiesigen Kontext außer Acht lassen, da ersteres als grundsätzlich befriedigt gelten kann, wenn er mit einem Menschen in Gemeinschaft lebt, und letzteres nur temporär wirkt, wenn wir an die Läufigkeit denken. Jedenfalls spielen sie im Zusammenhang mit zu therapierenden Verhaltensauffälligkeiten wie Aggressionen nur eine unbedeutende Rolle.

Ergo bleibt das Grundbedürfnis nach Sicherheit. Dieses Bedürfnis spielt nach meinen Erfahrungen tatsächlich die Hauptrolle, wenn es um Verhaltensauffälligkeiten geht, insbesondere bei Aggressionen aller Art. Dabei darf aber Sicherheit nicht nur im engen Sinne verstanden werden, wie das Bedürfnis nach physischer Unversehrtheit, sondern auch im weiteren Sinne. Damit ist sowohl die Sicherheit von Herrchen oder Frauchen gemeint, für die sich der Hund durchaus verantwortlich fühlen kann, so er dies signalisiert bekommen hat, als auch eine Art Sicherheit, die sich aus der Verteidigungsabsicht irgendeiner bedrohten Ressource ergibt, für die er die Verantwortung trägt.

Demzufolge sollte das Erziehungsziel eines Hundes und insbesondere das Ziel seiner Therapie, im Rahmen dessen seine intraspezifische, interspezifische oder umweltspezifische Sozialisation angestrebt wird, immer sein, ihn von allen Verantwortlichkeiten, die sein Sicherheitsbedürfnis betreffen, zu befreien. Denn ein Hund, bei dem dieses Bedürfnis als befriedigt und von Herrchen oder Frauchen als gewährleistet gilt, wird kaum eine Verhaltensauffälligkeit entwickeln, außer es liegen genetische oder sonstige pathologische Befunde vor. Somit ist das A und O der Erziehung oder Therapie eines Hundes, ihm zu zeigen, dass er sich in allen Lebenssituationen zuverlässig an Herrchen oder Frauchen orientieren kann, sie also für ihn stets berechenbare Führungs- oder Leitfiguren sind und er ihnen uneingeschränkt vertrauen kann, insbesondere was die Gewährleistung seiner Sicherheit betrifft.

Ich unterstelle, dass es sich im oben beschriebenen Fall um Hunde handelt, deren intraspezifische Sozialisation bisher nicht erfolgt ist, sie also andere Hunde als Konkurrenten, Rivalen oder sogar Gefahr ansehen. Denn warum sonst wollte man sie zu therapeutischen Zwecken in ein Rudel fremder Hunde schicken? Und ich unterstelle weiterhin, dass die Hundehalter ihnen die Verantwortung für ihre eigene oder sogar ihre gemeinsame Sicherheit oder einer Ressource unbewusst übertragen haben. Dass sie dies unbewusst getan haben, zeigt sich daran, dass sie das Verhalten ihrer Hunde als auffällig oder „unsozial“ beschreiben oder empfinden, was sie andernfalls nicht täten. Als Beispiel nenne ich gerne den ausgebildeten Wach- und Schutzhund. Denn diesem wurde im Rahmen seiner Erziehung bewusst diese Verantwortung zur Verteidigung oder Gefahrenabwehr übertragen und ihm im Rahmen seiner Ausbildung das entsprechende Handlungsrepertoire für den ihm zugestandenen Entscheidungsspielraum antrainiert. Niemand würde hier auf die absurde Idee kommen, diesen Hund aufgrund eines angeblich „unsozialen“ Verhaltens therapieren zu wollen. Im Gegenteil, seine Aggressionen werden in diesem Falle als normal empfunden.

In den hier gemeinten Fällen geht es aber um Hunde, denen offensichtlich seitens ihrer Halter unbewusst demonstriert wurde, dass sie entweder nicht willens oder nicht in der Lage sind, für ihre eigene Sicherheit und die ihrer Hunde zu sorgen und dies stattdessen von ihren „Schützlingen“ verlangen. Das daraufhin seitens der Hunde gezeigte Verhalten wird dann aber fälschlicherweise als „unsozial“ bewertet, obwohl der Hund tatsächlich nur einen tollen Job macht, wenn er zur Erfüllung seiner ihm übertragenen Aufgaben andere Hunde attackiert. Ein solcher Hund ist weit davon entfernt, seinem Besitzer zu vertrauen, er werde ihn in Gefahrensituationen zuverlässig beschützen.  Er wird seine Sicherheit immer in die eigenen Pfoten nehmen, was sich dem Laien aber als vermeintliche Aggressionen darstellt.

Insofern wäre es doch absurd, einen solchen Hund, dazu noch willentlich, in eine weitere „Schlacht“ zur Verteidigung ihrer beider Sicherheit zu schicken. Denn als nichts anderes als eine solche stellt sich die Situation für den Hund dar, wenn Herrchen ihm die Leine löst und damit den Befehl erteilt, die feindliche Meute aufzumischen. Dem Hund wird damit jedenfalls wiederholt seitens des Hundehalters demonstriert, und somit manifestiert, dass er, der Hundehalter, zu feige ist, ihn und sich selbst zu beschützen. Als verstärkendes Element kommt sogar noch hinzu, dass der Hund sehr wohl die Geste des bewussten Lösens der Leine versteht. Er wird im Ergebnis dessen also in seinem bisherigen Verhaltensmuster sogar noch bestärkt und nicht wie eigentlich vorgegeben, korrigiert, geschweige denn therapiert.

Eine solch vermeintliche “Rudeltherapie” kann durchaus zur Verhaltensänderung des Delinquenten führen. Aber das ist dann eher das Ergebnis einer situationsabhängigen Unterdrückung seines Verhaltensmusters, bedingt durch ein starkes und selbstbewusstes Rudel, so dass er in eine Vermeidungsstrategie übergeht. Der eigentliche Grund seines bisherigen Verhaltens wäre damit aber mitnichten beseitigt.

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18. MEIDEVERHALTEN VERSUS DESINTERESSE

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„Das ist doch nur ein Meideverhalten à la Cesar Millan!“ …

…tadelte mich neulich ein offensichtlich fernsehgeschulter Kritiker, nachdem er von meiner erfolgreichen Resozialisierung aggressiver Problemhunde erfuhr.

Oberflächlich betrachtet konnte ich seine Meinung sogar nachvollziehen. Aber eben nur oberflächlich. Abgesehen davon, dass das Meideverhalten eines Hundes nicht unbedingt kritikwürdig sein sollte, wenn wir an das angeborene oder auch angelernte Verhalten eines Hundes denken, um sich seine physische Unversehrtheit zu bewahren. So wird beispielsweise ein gesunder Hund ab einem Alter von ca. 30 Tagen kaum einer Katze gleich auf dem Rand einer Dachrinne langspazieren, sondern solch ein riskantes „Manöver“ durch ein angeborenes Verhalten umgehen. Oder er wird, um bei Katzen zu bleiben, nach einem schmerzhaften Angriff einer solchen, künftig einen weiten Bogen um selbige machen. Letzteres wäre ein angelerntes Meideverhalten.

Aber die Kritik des guten Mannes zielte sicherlich auf etwas anderes ab. Nämlich auf meine vermeintlich bestrafende Erziehungsmethode à la Cesar Millan, um den Hund von seinen Aggressionen abzubringen, so dass er seine Aggressionen unterbindet, um einer Bestrafung aus dem Wege zu gehen oder eben, sie zu meiden.

Aber bei genauerer Betrachtung ist dies in dem hiesigen Kontext mitnichten weder mein Erziehungsmittel noch mein Erziehungsziel. Wobei ich damit, um nicht das nächste Missverständnis zu generieren, auf gar keinen Fall gesagt haben will, dass ich die Bestrafung als Mittel der Erziehung ablehne. Im Gegenteil, es ist ein völlig legitimes Erziehungs- und Korrekturmittel, wie ich es übrigens auch in meinem Buch beschreibe und in einem weiteren Text in meinem Ratgeber beschreiben werde. Aber im hiesigen Kontext würde es von dem eigentlichen von mit angewendeten Mittel der Erziehung ablenken.

Wenn im Rahmen des Erziehungsversuches dem Hund infolge seines falschen Verhaltens ausschließlich eine Bestrafung angedroht wird und er diese Kausalität sogar verstanden haben sollte, muss er ja noch lange nicht das Falsche an seinem Verhalten, wofür er bestraft wird, verinnerlicht haben. Er wird also unter Umständen nur aufgrund der zu erwartenden Sanktion von seinem eigentlich gewollten Verhalten Abstand nehmen. Das birgt jedoch die Gefahr in sich, dass er beim vermuteten Ausbleiben der Bestrafung, beispielsweise weil Herrchen oder Frauchen weit und breit nicht zu sehen sind, wieder in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt. Die Nachhaltigkeit eines solchen Erziehungsversuches lässt also sehr zu wünschen übrig.

Aber ich meide eine Bestrafung noch aus einem anderen Grund, insbesondere bei relativ extremen Fällen der Aggression. Da diese meistens mit einem enormen Stress des Hundes einhergehen, er also das Gefühl hat, die Situation nicht mehr im Griff zu haben, wird er bei einer ähnlichen oder für ihn gefühlten noch stressigeren Situation die Bestrafung unter Umständen sogar mit in Kauf nehmen. Oder anders ausgedrückt, der Grad der Bestrafung müsste demzufolge abhängig gemacht werden von der subjektiven Wertigkeit der Ressource, die der Hund mittels seiner Aggression verteidigt und die diese für ihn in diesem Moment hat. In der Wissenschaft wird sie als „subjective resource value“ bezeichnet. Die Ressource wird also vom jeweiligen Hund mit einer subjektiven und situationsabhängigen Wertigkeit belegt. Das heißt, die Härte der Strafe müsste sich jeweils angepasst aus der Wertigkeit der Ressource für den Hund ergeben. Hätte die Ressource eine enorme Wichtigkeit für ihn, müsste ich ihn ja halb totprügeln, damit er davon ablässt. Spätestens an dieser Stelle wird die Paradoxie des falschen Bestrafens deutlich.

Aber nochmal, ich will damit auf keinen Fall die Bestrafung an sich als Erziehungsmittel in Frage gestellt wissen. Sie ist in der Natur eines der gängigsten und effizientesten Mittel. Man kann sogar sagen: Ohne Bestrafung keine Erziehung. Dazu muss man nur einmal einem Hundezüchter über die Schultern schauen, was dort in einem Rudel so abgeht.

Eine Aggressivität ist meistens begründet entweder in der bedrohten physischen Unversehrtheit des Hundes oder in einer bedrohten Ressource, die er besitzt oder für die er die Verantwortung übertragen bekommen hat. Somit liegt die Lösung eigentlich auf der Hand: Im ersten Fall sollte in einem erfolgreichen und vor allem nachhaltigen Resozialisierungstraining dem Hund die Verantwortung für die Befriedigung seines Bedürfnisses nach physischer Unversehrtheit abgenommen werden, indem Herrchen oder Frauchen ihm demonstrieren, dass sie ab sofort seinen Schutz übernehmen, was sie offensichtlich zuvor nicht getan haben. Und im zweiten Fall muss dem Hund die Verantwortung für die Ressource entzogen werden. Im Ergebnis dessen muss er also das Interesse an beidem verloren haben.

Somit zielt mein Resozialisierungstraining eines verhaltensauffälligen Hundes nicht darauf ab, dass er eine drohende Bestrafung vermeiden will, sondern dass er gegenüber jeglicher Ressource ein ausreichendes Desinteresse entwickelt und dass er weiß, dass er sich um seine Sicherheit quasi keine Gedanken machen muss.

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17. AUS DEM ALLTAG EINES HUNDETRAINERS

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„Wie läuft denn so ein Training ab, wenn mein Hund verhaltensauffällig ist, und was kommt da auf mich zu?“

…war die ängstlich wirkende Frage einer Kundin, die, um mit ihren Worten zu sprechen, lange gezögert habe, ob sie mich wegen ihres Problemhundes überhaupt kontaktiere.

Ähnliche Zurückhaltungen erlebe ich immer wieder, offensichtlich aufgrund mangelnder oder falscher Vorstellung über das, was den Kunden erwartet, wenn er mich bittet, seinen vermeintlichen Problemhund zu therapieren. Andererseits höre ich aber auch immer wieder im Anschluss an ein Training, dass man nicht so lange zögerlich gewesen wäre, wenn man gewusst hätte, wie unproblematisch das Ganze abläuft. Oftmals ist die Zurückhaltung aber auch in einer schon vorhandenen Mutlosigkeit begründet, die in einem bereits absolvierten aber erfolglosen “Marathon” von Hundeschulbesuchen ihre Ursache hat.

Deshalb nachfolgend ein paar „ermutigende Worte“:

Da die meisten Herrchen oder Frauchen mir nicht den “Gefallen tun”, in meiner unmittelbaren Umgebung zu wohnen, um im Bedarfsfall mal schnell “vorbeizukommen” und ihr “Problem” beseitigen zu lassen, reise ich seit geraumer Zeit quasi als Vagabund durch Deutschland und biete vor Ort regional meine Hilfe an. Das ist aber auch deshalb sinnvoll, weil ein Training mit so genannten verhaltensauffälligen Problemhunden immer das Ziel verfolgt, ihre Sozialisierung oder Resozialisierung zu erreichen und keine Ausbildung ist. Letztere ließe sich sehr wohl auf einem für den Hund fremden Ausbildungsgelände bei mir zu Hause erfolgreich praktizieren. Aber bei den von mir durchgeführten Trainings handelt es sich nicht um eine solche, sondern um einen Erziehungsprozess. Und bei einer Erziehung ist es nach meinen Erfahrungen nicht nur von Vorteil, sondern in den meisten Fällen sogar zwingend notwendig, dass es im gewöhnlichen sozialen Umfeld des Tieres passiert und insbesondere dort, wo sich die Verhaltensauffälligkeiten zeigen.

Deshalb biete ich regelmäßig – üblicherweise über Facebook – immer wieder vor Ort-Termine von mehreren Tagen an, an denen ich mich dann planmäßig in dieser Gegend aufhalte. Und jeder, der Interesse hat, kann innerhalb dieses Zeitraumes mit mir einen Wunschtermin vereinbaren; am unkompliziertesten per Telefon. Bei Bedarf verlängere ich auch meinen Aufenthalt.

Während dieser Zeit ist mein Bus mein gewohntes Zuhause, bei dem mich mein treuester Freund begleitet, der im Falle einer notwendigen intraspezifischen Sozialisation des Probanden als Therapiehund fungiert und dabei einen tollen Job macht. Gewöhnlich plane und vergebe ich pro Tag nur einen Termin, um nicht unter Zeitdruck zu handeln und, wie versprochen, jedes „Problem“ auch innerhalb eines Trainings zu beseitigen. Nur in sehr seltenen Fällen klappt dies nicht. Aber dabei handelt es sich dann meistens um medizinisch-klinische oder pathologische Ursachen. Sie sollten jedoch erst einmal nicht davon ausgehen, dass Ihr Hund ein solch seltener Fall ist.

Der Rest ist schnell erzählt: Wenn ich zu Ihnen nach Hause komme, schildern oder demonstrieren Sie mir zunächst, was Sie am Verhalten Ihres Vierbeiners stört. Dabei wird es sich sehr wahrscheinlich um eine mangelnde intraspezifische, interspezifische oder umweltspezifische Sozialisation des Hundes handeln, was ich Ihnen auch ausführlich erläutere. In der Regel übernehme ich anschließend in Ihrer Anwesenheit das Tier und korrigiere es. Bei der Korrektur geht es einerseits um die Entbindung des Hundes von jeglicher Ressourcenverantwortlichkeit und andererseits um die Demonstration, dass ab sofort nicht mehr er selbst für die Befriedigung seines Grundbedürfnisses nach Sicherheit oder ihrer beider Sicherheit die Verantwortung trägt, sondern der Hundeführer oder die Hundeführerin. Danach übernehmen Sie Ihren Hund und korrigieren ihn in gleicher Weise; bei Notwendigkeit unter meiner Anleitung. In einem abschließenden Gespräch klären wir gemeinsam noch Ihre sogenannte Compliance, auf Deutsch Therapietreue, denn nur mit ihr wird der während des Trainings relativ schnell erreichte Erfolg auch nachhaltig und von Dauer sein.

In diesem Sinne freue ich mich auf Ihren Anruf!

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16. MUSS ICH EINE BINDUNG ZU MEINEM HUND AUFBAUEN?

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„Wenn mein Hund aggressiv oder verhaltensauffällig ist, habe ich dann keine gute Bindung zu meinem Hund aufgebaut?“

So in etwa war die Frage einer Kundin, die nach eigenen Angaben im Internet gelesen habe, dass eine Verhaltensauffälligkeit eines Hundes ein Indiz sei für eine mangelnde Bindung zwischen Hund und Mensch. Und die passenden Lösungen seien gleich mitgeliefert worden: So sei es für die Entwicklung einer intensiven Bindung zwischen beiden wichtig – habe sie gelesen – viel Zeit miteinander in der Natur zu verbringen; mit dem Hund Wandern zu gehen; mit ihm ein Picknick zu machen; während der gemeinsamen Spaziergänge nicht zu telefonieren sondern stattdessen mit ihm zu kommunizieren; immer ein Leckerli dabei zu haben oder versuchen herauszufinden, ob er lieber Berge hoch klettere oder eher das Spielen am See mag; mit ihm Frisbee fangen zu spielen; ihn an einer Longe um sich herumlaufen zu lassen oder gemeinsam einen Hundefilm anzuschauen – am besten Lassie; in ein Krankenhaus oder Altersheim zu gehen, um gemeinsam fremde und neue Menschen kennen zu lernen oder mit ihm eine Reise zu machen usw., usw.

Im ersten Moment dachte ich, die gute Frau wolle mich veräppeln oder habe diese tollen Ratschläge am 1. April gelesen, aber sie hinterließ keinerlei Zweifel an ihrer Ernsthaftigkeit.

Ob dies alles tatsächlich so im Netz der freien Meinungsäußerung zu lesen ist, sei dahingestellt. Abgesehen davon, dass die meisten Ratschläge, wenn wirklich so geschrieben, wohl eher spaßig gemeint sein sollen, um mittels einer gewaltigen Portion Ironie die Vermenschlichung der Hundeseele durch so manch einen „Hundekenner“ zu thematisieren, bedeutet einiges davon für den Hund, wenn ich an die letztgenannten Ratschläge denke, nichts anderes als puren Stress. Dem Abbau von Verhaltensauffälligkeiten wäre es jedenfalls alles andere als förderlich.

Aber die eigentliche Problematik, warum ich auf die Frage der guten Frau hier überhaupt eingehe, findet sich vielmehr in der Behauptung, dass zwischen beiden Sachverhalten, nämlich einer Verhaltensauffälligkeit des Hundes wie beispielsweise der Aggression einerseits und einer mangelnden Bindung zwischen Mensch und Hund andererseits, eine Kausalität zu sehen sei. Wenn dies tatsächlich so wäre, dürften es nach meiner Überzeugung eigentlich gar keine Verhaltensauffälligkeiten geben. Denn ein Hund baut immer und grundsätzlich eine mehr oder weniger intensive Bindung zu einem Menschen auf, so dieser ihm seine Grundbedürfnisse auch nur ansatzweise befriedigt. Ich will ja die Vernünftigkeit eines häufigen gemeinsamen Zeitverbringens überhaupt nicht in Frage stellen, was sich schon aus der Logik des Anschaffens eines Hundes ergeben sollte. Es liegt immer im Interesse des Wohlbefindens eines Hundes, wenn Herrchen oder Frauchen sich viel mit ihm beschäftigen. Aber im Umkehrschluss würde die Behauptung ja bedeuten, dass Hunde, mit denen sich Herrchen oder Frauchen viel beschäftigen, keine oder zumindest weniger Verhaltensauffälligkeiten entwickeln würden. Aber dem ist bei weitem nicht so.

Die meisten meiner Therapiekunden haben nämlich eine sehr intensive Bindung zu ihren Vierbeinern entwickelt. Und trotzdem zeigen ihre Hunde alle nur denkbaren Verhaltensauffälligkeiten bis hin zu sehr gefährlichen Aggressionen. Der Grund dafür muss also woanders liegen.

Die Antwort findet sich nach meinen Erfahrungen nicht in einer mangelnden Bindung, sondern ausschließlich in der Nichterfüllung des Grundbedürfnisses des Hundes nach Sicherheit.

Mir fällt dazu eine Geschichte ein, die mich schon als kleiner Junge faszinierte. Und ich benutze das Wort „fasziniert“ bewusst, weil ich hierbei an die Definition dieses Begriffes von Erich Küthe, dem leider schon verstorbenen und ehemaligen Professor an der Uni Köln, denke: Faszinierend sei etwas, was abstoßend und anziehend zugleich sei.

Ich erinnere mich nämlich an einen Hund, besser gesagt, an eine geschundene Kreatur, die misstrauisch und menschenscheu in der Nähe des Ferienhauses meines Onkels ihr Unwesen trieb. Alle denkbaren Verhaltensauffälligkeiten bis hin zum Beißen waren in diesem Tier vereint. Mein Onkel erzählte mir, dass er der Nachbarin gehöre und von ihr nichts außer Prügel beziehe. Mich hat seitdem immer wieder eine Frage bewegt: Warum ist dieser Prügelknabe immer wieder zurück nach Hause zu dieser bösen Frau gelaufen und nicht einfach abgehauen? Der Grund dafür war die Bindung, die der Hund zu dieser Frau aufgebaut hat, weil sie ihm sein Grundbedürfnis nach Nahrung erfüllte. Dies war für ihn wichtiger als sein Bedürfnis nach Sicherheit. Aber weil sie ihm letzteres nicht erfüllte, entwickelte er die Verhaltensauffälligkeiten. Die Bindung, die ein Hund zu einem x-beliebigen Menschen aufbaut, ist bereits in seinen Genen über viele Generationen hinweg hinterlegt. Ein Hund baut also relativ schnell und auch relativ intensiv eine Beziehung zum Menschen auf, sowie dieser zur Befriedigung seiner Grundbedürfnisse beiträgt. Aber der Grad der Intensität bewirkt nicht zwingend sein auffälliges Verhalten. Letzteres wird ausschließlich durch die Befriedigung seines Bedürfnisses nach Sicherheit beeinflusst. Und so war es auch mit meinem geschundenen „Freund“. Eines schönen Tages nämlich nahm sich ein völlig fremder Mann dieses Tieres an, dem der Hund zuvor noch nie begegnet war. Und der Hund war wie ausgewechselt, quasi über Nacht. Und ich habe diesen Mann natürlich gefragt, was der Grund für den Sinneswandel dieser „Bestie“ sein könnte. Er antwortete mir damals: „Ein Hund braucht Schutz, nicht nur Nahrung!“

Dieser Satz hat mich in meinem Trainerjob bis heute geprägt. Wenn ihr Hund also Verhaltensauffälligkeiten zeigt, zweifeln sie nicht an ihrer vermeintlich mangelnden Bindung. Ihr Hund braucht sie und sucht immer ihre Nähe. Aber er muss sich an ihnen orientieren können und benötigt zwingend ihren Schutz. Wenn sie ihm diesen nicht gewähren, bewusst oder unbewusst, wird er sich dementsprechend verhalten, was sie dann als auffällig empfinden oder als Problemverhalten bezeichnen. Wenn sie ihren Hund aber fragen könnten, würde er sein eigenes Verhalten als alles andere als problematisch bezeichnen. Er würde es schlicht und einfach als begründet und als Selbstverteidigung erklären.

Um dieses sogenannte Problemverhalten abzustellen, sind zwei Dinge simultan notwendig: Der Hund muss in seinem Verhalten korrigiert werden, um ihm klar zu machen, dass sein Verhalten unerwünscht ist; und sie als Herrchen oder Frauchen müssen ihm den Grund für sein Verhalten nehmen. Letzteres bedeutet, dass Sie ihm ab sofort das Gefühl vermitteln, ihn und sich selbst in allen Lebenssituationen zu beschützen; es also nicht zu seinen Aufgaben zählt, sich und sie oder sonst eine Ressource zu beschützen oder zu verteidigen. Erst dadurch macht auch die Korrektur seines Verhaltens erst Sinn, denn erst dadurch versteht er sie. Wenn nämlich der Grund für sein Verhalten nicht beseitigt werden würde, käme der Hund bei der Korrektur seines Verhaltens in Konflikte, denn er würde aus seiner Sicht ja quasi für ein korrektes, weil begründetes Verhalten, bestraft werden.

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15. DIE METAPHER EINES WASSERGLASES

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oder

ein kleiner Exkurs in die schwierige Welt der Kommunikation:

Zugegeben, es wirkt im ersten Moment sicherlich wie eine unglaubliche Provokation, wenn ich behaupte, dass die meisten Verhaltensauffälligkeiten eines Hundes in nur einer einzigen Trainingseinheit korrigierbar seien. Und wenn man dann noch meinen Zusatz liest, dass es für den Therapieerfolg allerdings einer Voraussetzung bedarf, nämlich einer guten Therapietreue des Kunden. Dann wirkt letzteres wie das Kleingedruckte in einem Versicherungsvertrag. Woraufhin der Leser geneigt ist zu sagen: „Aha, das ist also sein Hintertürchen“. Letzteres lässt sich aber leicht erklären: Was nützt die tollste Therapie, wenn sich der „Patient“ nicht daran hält. Aber viel mehr ist damit auch gar nicht gemeint.

Es gab Zeiten, da war ich regelrecht frustriert, wenn ich wieder mal in das ungläubige Gesicht eines Kunden schauen musste, weil er das, was ich ihm gerade versucht hatte zu erklären, offensichtlich nicht verstanden hatte oder sogar ablehnte. Und das, obwohl ich fest davon überzeugt war, dass ich es – mit Verlaub – „idiotensicher“ und logisch getan hatte.

Meine Erläuterungen zu den Ursachen, warum der Hund eine Verhaltensauffälligkeit zeigt, wird in der Regel noch akzeptiert. Wenn ich dann aber meinen Therapieansatz erkläre, scheint die notwendige Botschaft jedoch nicht anzukommen. Aber warum nicht? Drücke ich mich so unverständlich aus, oder ist das, was ich sage, derart unglaubhaft?

Erst nachdem ich den Altmeister der Kommunikation Paul Watzlawick gelesen hatte, war mir klar, dass die Nachricht, die der Sender dem Empfänger schickt, so einige Hürden zu nehmen hat, bis sie als diejenige beim Empfänger ankommt, als die sie vom Sender auch gemeint war. Ob sie diese Hürden meistert, hängt nämlich nicht von ihrem Inhalt ab, sondern von der Beziehung zwischen Sender und Empfänger, und insbesondere von der Fähigkeit des Senders, die “Empfangsantennen” des Empfängers für die in der Nachricht enthaltene Botschaft empfänglich zu machen. Erst wenn der Empfänger bereit ist, eine Botschaft zu empfangen, hat die Botschaft eine Chance, empfangen zu werden. Und erst wenn die Botschaft angekommen ist, kann der Sender sich sicher sein, dass auch die Nachricht angekommen ist und verstanden wurde.

Also war mir klar, dass das Problem nicht der Kunde oder sein vermeintlich mangelndes Verständnis ist, sondern ich und meine mangelnde kommunikative Fähigkeit. Wie heißt es so schön? Es kommt nicht d‘rauf an, was du sagst, sondern wie du‘s sagst!

Aber es gibt noch eine zweite Wahrheit, warum manchmal die Nachricht  den Empfänger verfehlt oder nur verfälscht erreicht: Der Empfänger hat nämlich bereits ein oftmals unterschätztes Vorwissen und bewertet und vergleicht daran alle neuen Informationen. Die neuen werden also immer durch die Brille der alten gesehen. Und es bedarf schon einer mentalen Reife, bereit zu sein, die alte Brille auch einmal beiseite zu legen und somit unbeeinflusst das Neue zu betrachten. Das klingt zwar einfach, ist es aber gar nicht. Denn das bedeutet immerhin, bereit zu sein, Vertrautes und vielleicht sogar lieb Gewordenes auf den Müllhaufen der Irrtümer zu werfen. Das kommt nicht selten dem Gefühl einer Niederlage gleich oder dem Eingeständnis, sich bisher geirrt zu haben. Und das mag das Gehirn, das auf Erfolg programmiert ist, nun mal gar nicht. Deshalb klammert der Mensch sich oftmals an lieb gewordene Überzeugungen, obwohl der Verstand ihm schon Hinweise gibt, es lieber sein zu lassen.

Warum gelingt es mir also manchmal nicht oder nicht sofort, dem Kunden oder der Kundin meinen Therapieansatz verständlich zu machen? Oder warum erscheint meine Aussage bezüglich der nur einen notwendigen Trainingseinheit so unglaublich oder kommt als Botschaft nicht an und stößt hier und da sogar auf empörte Ablehnung, selbst bei Fachleuten?

Die Antwort findet sich in einer Metapher: Das Wissen der Kunden ist ja – wie zuvor erwähnt – nicht auf dem Stand Null, wenn sie mich kontaktieren; vergleichbar mit einem leeren Wasserglas. Im Gegenteil, wenn ich den typischen meiner Kunden als Maßstab nehme, dann haben sie in der Regel bereits eine lange Leidensgeschichte an erfolglosen Hundeschulbesuchen hinter sich, so dass sich in ihrem Glas schon allerhand Wasser aus vielen verschiedenen Wissens-Quellen befindet. Allerdings enthält dieses Wasser, wie meine Analyse in der Regel ergibt, meistens nur Informationen über die Ausbildung eines Hundes und nicht über seine Erziehung. Beides sind aber sehr unterschiedliche Wässer. Das eine schmeckt süß und das andere bitter. Da meine Therapiemethode aber ihren Ansatz ausschließlich in der Erziehung und nicht in der Ausbildung hat, sollen die Kunden bei mir nun plötzlich bitteres statt süßes Wasser trinken. Das stößt verständlicherweise zunächst auf Ablehnung oder zumindest auf Skepsis. Selbst wenn sie bereit sind, das bittere Wasser vorsichtig zu probieren, ohne aber zuvor das süße auszuschütten, wird sich beides nur zu einem bitter-süßlichen Wasser vermischen. Die Wirkung des bitteren verliert dadurch jedoch seine Kraft.

Deshalb ist es oftmals eine große Herausforderung, bei meinen Kunden die Bereitschaft zu erwirken, bevor sie mein Wasser trinken, das alte einfach wegzuschütten. Aber das ist eine heikle Angelegenheit. Denn ich verlange von ihnen nicht weniger, als dass sie das süße Wasser, was sie vielleicht sogar mit viel Geld und Zeit bezahlt haben, in seiner Wirksamkeit infrage stellen sollen. Und da komme ich sehr schnell in die gefühlte Nähe der Diskreditierung der anderen „Wasser“- oder Wissens-Quellen. Aber das ist gar nicht meine Intension. Diese liegt vielmehr nur in der Absicht, ihnen zu verdeutlichen, dass die Lösung ihrer Probleme über den Weg der „bitteren“ Erziehung des Hundes in den meisten Fällen viel effizienter ist als der über die „süße“ Ausbildung.

Als Beispiel nehme ich gerne meine Antwort auf die Frage, ob einem Hund das Verbellen anderer Hunde mittels Leckerli abgewöhnt werden kann?: Möglicherweise, wenn es gelingen sollte, beim Hund durch assoziatives Lernen eine Konditionierung zu bewirken, dass beide Stimuli zusammenhängen. Genauso wie es möglich ist, einem Elefanten beizubringen, sich zum Affen zu machen und auf zwei Beinen zu tanzen. Es ist aber ein sehr mühsamer und kostspieliger Weg. Das eigentliche Dilemma ist, dass der Hund am Ende den Sinn des „Klappe-Haltens“ gar nicht verstanden hat, sondern nur, dass er, wenn er die „Klappe hält“, ein Leckerli bekommt. Wesentlich effizienter ist das Ziel doch über seine Erziehung erreichbar, indem Herrchen oder Frauchen ihm die Ressourcenverantwortung und damit seinen Entscheidungsspielraum nehmen. Und sofort „hält er die Klappe“, weil er keinen Grund mehr sieht, andere Hunde als Konkurrenten wahrzunehmen und verbellen zu müssen.

Die Hundebesitzer(innen) kommen in der Regel ja nicht zu mir, weil ihre Schutzbefohlenen bestimmte Kommandos wie „Sitz, Platz und Co.“ nicht befolgen, die in einer Ausbildung sehr effizient durch Konditionierung eingeübt werden können, sondern weil die Hunde nicht sozialisiert sind und sich demzufolge nicht an notwendige Verhaltensregeln halten. Und letztere können nun einmal nicht mittels einer Ausbildung vermittelt werden, sondern bedürfen der Erziehung, also des „bitteren“ Wassers.

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14. DIE PARADOXIE EINES WESENSTESTES

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…anhand eines konkreten Beispiels.

Im konkreten Fall geht es um einen Bullmastiff Rüden, der sich aufgrund eines Beißvorfalles auf Anordnung des zuständigen Amtes für Veterinärangelegenheiten einem Wesenstest zu unterziehen hatte; und im Ergebnis dessen die Halterin ex officio beauflagt wurde, den Hund außerhalb des ausbruchsicheren Grundstückes doppelt angeleint und mit einem geeigneten Beißschutz sowie Kopfhalter zu führen. Im Gutachten wird letzteres übrigens sehr verniedlichend als „Halti“ bezeichnet.

Die Frage, die mir in solchen Fällen immer wieder gestellt wird, ist die nach der Aussagefähigkeit eines Wesenstestes: Kann ein solcher, bei dem mehr als 30 Alltagssituationen durchgespielt werden, eine schlüssige Beurteilung seines Wesens erbringen, auf dessen Basis dann der Daumen bezüglich seines weiteren Schicksals gehoben oder gesenkt wird?

Ich meine: Nur sehr eingeschränkt. Und es sollte das Tier zwingend durch eine therapeutisch geschulte Person auf den Test vorbereitet werden. Womit ich aber nicht die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt haben will. Denn wenn ein Hund einem anderen oder sogar einem Menschen Leid angetan hat, muss darauf reagiert werden. Und dann halte ich es für absolut gerechtfertigt, den Besitzer zum Handeln zu zwingen. Die Frage, die mich aber vielmehr umtreibt, ist die nach den Rahmenbedingungen, unter denen der Test durchgeführt wird: Führt ein solcher, so und wie er konkret abläuft, zu ausreichenden Kenntnissen, die eine Beurteilung des Wesens eines Hundes rechtfertigen? Da habe ich arge Zweifel.

Da es keinen echten Wesenstest geben kann, was sicherlich jeder Psychologe oder Neurowissenschaftler bestätigen wird, ist das, was in einem solchen abläuft, nichts anderes als ein Verhaltenstest. Aus dem beobachteten Verhalten des Hundes werden dann Rückschlüsse auf sein Wesen gezogen. Aber da beginnt schon das Dilemma. Zum einen stellt sich nämlich die Frage, ob ein konkretes Verhalten in einer konkreten Situation eine ausreichende Repräsentanz für ein bestimmtes Wesensmerkmal überhaupt haben kann? Und zum anderen, welchen Einfluss die Subjektivität und die Qualifikation des Beobachters auf die gezogenen Schlüsse haben?

Hinsichtlich der Repräsentanz eines konkreten Verhaltens müssten zuvor alle anderen Einflussgrößen, die sich ebenso auf sein Verhalten auswirken, in ihrer Wirkung ausgeschlossen oder zumindest minimiert werden, um das Testergebnis durch ihren Einfluss nicht zu verfälschen.

Das Verhalten eines Hundes wird nämlich von einer Vielzahl von Einflussgrößen bestimmt, die in diesem hier angesprochenen Kontext von Bedeutung sind und in ihrer Repräsentanz für das hündische Verhalten miteinander konkurrieren:

  1. Sein neurobiologisches Wesen, das sich sowohl als genetisches Resultat einer über viele Jahre und Generationen hinweg erfolgten Züchtung seiner Linie ergibt als auch als ein Resultat der in seinem konkreten Leben auf ihn eingewirkten Umwelteinflüsse wie erlebte Ereignisse usw., die bis in sein Welpenalter zurückreichen; also seine konkrete Historie.
  2. Seine absolvierte Ausbildung, die unter Umständen sogar sein natürliches Aggressionspotential, welches zu seinem agonistischen Verhaltensrepertoire gehört, ausgenutzt und gefördert hat (Beispiel Schutz- und Diensthund) und
  3. seine genossene Erziehung, in deren Rahmen die drei Sozialisierungsbereiche (interspezifische, intraspezifische und umweltspezifische) dazu geführt haben können, dass er durch den Hundebesitzer bewusst oder unbewusst Ressourcenverantwortungen übertragen bekommen hat und diesen durch Nutzung seiner Entscheidungsfreiheit gerecht werden will, wozu auch seine Verteidigungsaggressionen zählen.

Es kommen noch weitere beeinflussende Faktoren hinzu wie beispielsweise relevante medizinisch-klinische Faktoren oder pathologische Befunde, die sich in einer aussagekräftigen Anamnese wiederfinden müssten oder auch die konkreten Rahmenbedingungen, unter denen der Test abläuft, die ihrerseits wiederum eine ganze Kette von Kausalitäten haben können. Dies reicht bis hin zu Gerüchen, denen der Hund in diesen konkreten Situationen ausgesetzt ist und bei ihm bestimmte Assoziationen begründen können usw.

Wenn nun im Rahmen eines zeitlich relativ begrenzten Verhaltenstestes ausschließlich der Einfluss seines Wesens auf sein Verhalten selektiert und dies anhand seines konkreten Verhaltens in den durchgespielten Situationen beurteilt werden soll, müssten theoretisch zuvor alle anderen genannten und mit seinem Wesen konkurrierenden Einflüsse „ausgeschaltet“ werden, um deren Einfluss herauszufiltern.

Am Beispiel des hier erwähnten Bullmastiff Rüden hat die im Anschluss an die Begutachtung auferlegte und durch mich durchgeführte Verhaltenstherapie ergeben, dass dem Hund durch die Besitzerin offensichtlich unbewusst eine Ressourcenverantwortung übertragen wurde. Dass dies unbewusst geschehen ist, spielt keine Rolle. Fakt ist jedoch, dass dem Hund dadurch auch ein dementsprechender Entscheidungsspielraum gewährt wurde, den er dann natürlich unter Ausnutzung seines ihm natürlich verfügbaren agonistischen Verhaltensrepertoires auch ausnutzt. Und dazu gehört eben auch seine Aggression. Insofern wäre eine während des Testes detektierte Aggression gegenüber einem ihm zugeführten bellenden Hundes nicht zwingend auf sein im Wesen liegende und somit schwer kontrollierbare Aggressivität zurückzuführen. Vielmehr kann sie vordergründig durch die von ihm verlangte Verteidigung seiner eigenen Sicherheit und die der Hundehalterin begründet sein. Ergo wäre der Schluss, der aus dem Verhaltenstest bezüglich seiner Aggressivität gezogen würde, schlicht und einfach falsch. Denn der Hund ist in diesem Falle nicht aggressiv, weil er ein solches Wesen hat, sondern weil Frauchen dies offensichtlich von ihm verlangt. Er macht also eigentlich einen klasse Job. Vorausgesetzt, seine Beißattacken sind tatsächlich nur in dieser ihm übertragenen Ressourcenverantwortung begründet, genügt es, ihn durch eine dementsprechende Erziehung von seiner Verantwortung zu entbinden und seinen Entscheidungsspielraum einzuschränken. Und schon wäre u. U. eine Ausrüstung, die an von Anthony Hopkins gespielte Hannibal Lektor-Figur erinnert, überflüssig.

Ergo halte ich es für sinnvoll, den Hund durch eine therapeutisch geschulte Person auf diesen Test vorzubereiten, indem sie seinen Ausbildungsstand und die Ergebnisse seiner Erziehung, soweit es möglich ist, eruiert, um deren Einfluss auf sein Verhalten entweder einschätzen und somit bei der Beurteilung seines Verhaltens mit berücksichtigen oder sogar, das wäre vorteilhaft, durch eine Umerziehung ausschließen zu können.

Ebenso kritisch muss die subjektive Bewertung bestimmter Verhaltensweisen durch den Beobachter gesehen werden. Zum Beispiel wenn, wie in diesem konkreten Fall, der Gutachter zu folgender Aussage kommt (ich zitiere): „G… (Name des Hundes) dreht sich freudig zu der Person …“. Die Frage, die sich mir hier stellt, ist: Worin ist die Bewertung „freudig“ begründet und welche Schlüsse werden daraus gezogen? Meine Vermutung kann nur sein, dass dieser Schluss aus seiner wedelnden Rute gezogen wurde, weil dies meistens als Begründung angeführt wird. Aber ist dies wirklich ein Indiz für Freude? Ist es nicht eher ein Hinweis darauf, dass der Hund unsicher ist bezüglich des weiteren Geschehens? Meine einschlägigen Erfahrungen und Kenntnisse besagen, dass in solchen Situationen immer das Gefühl der Unsicherheit bezüglich der vom Hund nicht voraussehbaren Entwicklung einer Situation die Ursache seines Rutenwedelns ist. Dies kann durchaus mit dem Gefühl der Freude korrelieren, aber sie ist nicht der Auslöser des Wedelns. Insofern ist die subjektive Beurteilung bestimmter äußerer Anzeichen immer problematisch hinsichtlich der daraus gezogenen Schlüsse und kann durchaus zu folgenschweren Fehleinschätzungen führen.

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13. LEINEN-DRESSUR VERSUS LEINEN-ERZIEHUNG

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“Kann man mittels Leckerli einen Hund zur Leinenführigkeit erziehen?”…fragte mich neulich eine junge Frau.

Obwohl mir bewusst war, dass meine Antwort den Grundregeln der Kommunikation widerspricht, antwortete ich ihr trotzdem mit: „Ja, aber…“. Und ich ergänzte noch, zugegeben etwas süffisant, wofür ich mich aber anschließend entschuldigte: „Wenn Sie der Leckerli-Industrie bei ihrer Gewinn- und Profitmaximierung unter die Arme greifen wollen und ihnen die Fettleber ihres Schützlings relativ  egal ist, sollten Sie es tun.“

Ich leitete meine Begründung des „Ja, aber…“ mit der Erklärung ein, dass das „Ja“ sich auf  die Machbarkeit bezieht und das „aber“ auf die mangelnde Sinnhaftigkeit.

Das „Ja“ ergibt sich aus der Legitimität des „assoziativen Lernens“, was die Urform des Lernens an sich ist. Irgendwann lernt ihr Hund halt, dass das Leckerli an die Voraussetzung gebunden ist, bei ihnen zu bleiben und nicht wegzurennen (Stichwort Pawlowscher Effekt).

Und das „aber“ ergibt sich aus der mangelnden Effizienz und der Tatsache, dass der Hund den eigentlichen Sinn des ordentlichen Leinenlaufens gar nicht verstanden hat und das Ganze beim Ausbleiben der Leckerli vermutlich wieder vergisst. Wesentlich effizienter ist die Leinenführigkeit im Rahmen der Erziehung des Hundes erreichbar, sozusagen als angenehmer Nebeneffekt.

Dies habe ich auch in meinem Buch „Problemhunde und ihre Therapie“ beschrieben (siehe Shop).

Was versteht man unter „assoziativem Lernen“?

Immer wenn zwei Stimuli simultan oder zeitnah zueinander auftreten und sie entweder durch häufiges Wiederholen oder durch eine ausreichende Intensität, wie beispielsweise bei einem schockierenden Erlebnis, beim Probanden die Erkenntnis der Zusammengehörigkeit beider Stimuli hinterlassen, kommt es zu einem Lerneffekt, den schon der russische Physiologe Iwan Petrowitsch Pawlow nachgewiesen hat. Man bezeichnet ihn auch als klassische Konditionierung. Pawlow hat damit die „behavioristische Lerntheorie“ begründet und nachgewiesen, dass einer angeborenen unbedingten Reaktion durch Lernen eine bedingte Reaktion sozusagen angehängt werden kann. Wenn ein Hund mittels Leckerli für sein ordentliches Laufen an der Leine immer wieder belohnt wird, assoziiert er irgendwann beides als zusammengehörig; und die Dressur war erfolgreich. Die Herausforderung an den Dresseur resultiert allerdings daraus, dass das gewünschte Laufen an der Leine keine einzelnen sequentiellen Ereignisse sind, die dann unmittelbar belohnt werden können, sondern eine ununterbrochene und andauernde Verhaltensweise sein soll. Etwas spaßig ausgedrückt: Der Ausbilder müsste einen Tornister voller Leckerli dabei haben, damit er ununterbrochen die Verhaltensweise belohnen kann. Dass eine Dressur mittels Leckerli immer wieder zu Erfolgen führt, liegt daran, dass der Hund, so wie viele andere Mitglieder unserer Faune auch, seine Nahrungsration stets maximieren will. Es gibt Tiere, die würden sich, wenn man sie nicht daran hindert oder die natürlichen Ressourcen nicht begrenzt wären, totfressen. Hunde neigen auch zu diesem selbstzerstörerischen Phänomen. Was ich übrigens jeden Tag mit Bedauern auf der Straße beobachten muss, wenn Oma Hedwig sich mit ihrem Mobbelchen, der offensichtlich der Leckerli-Industrie und dem Tierarzt hervorragende Umsätze beschert, über die Bordsteinkante quälen.

Wenn ich die Frage der jungen Frau etwas abändern dürfte und darauf antworten sollte, ob ich als Hundetrainer mit ihr und ihrem Hund die Leinenführigkeit mittels Leckerli üben würde? Dann wäre meine Antwort ein klares „Nein“, insbesondere wenn sie mich dafür bezahlen müsste. Denn ich würde meinen Ruf als Trainer aufs Spiel setzen und den Vorwurf des Abzockens riskieren. Meine Antwort bezieht sich dann jedoch nicht auf die Frage nach der Machbarkeit, sondern ausschließlich auf die Sinnhaftigkeit. Das Ziel der Leinenführigkeit, welches wir dann durch ein relativ langes Üben und immer wieder Üben erreichen und wofür sie mich bezahlen müsste, ist nämlich über die Trainingsmethode des Erziehens wesentlich schneller und nachhaltiger erreichbar und damit finanziell für sie auch wesentlich lukrativer.

Anders läuft das “Leinentraining” ab im Rahmen der Erziehung, sozusagen als ein angenehmer Nebeneffekt:

Etwas zugespitzt kann man sogar sagen, dass sich die Leinenführigkeit als Nebeneffekt einer erfolgreichen Erziehung des Hundes sogar innerhalb kürzester Zeit von ganz allein einstellt. Der Grund liegt in der Sinnhaftigkeit für den Hund. Immer wenn er aus der Art und Weise seines Zusammenlebens mit uns, also insbesondere seines Verhaltens uns gegenüber, einen Vorteil für die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse erkennt, wird er sich dementsprechend verhalten. Salopp ausgedrückt: Er müsste doch mit dem Klammerbeutel gepudert worden sein, sich nicht so zu verhalten, dass insbesondere sein Grundbedürfnis nach Sicherheit befriedigt wird. Und genau diese Kausalität kann im Rahmen der Erziehung ausgenutzt werden.

Die Leinenführigkeit wird durch die Erziehung des Hundes im Rahmen der drei Sozialisierungen angestrebt, die da sind: Intraspezifische, interspezifische und umweltspezifische. Erstere bezieht sich auf seine Verträglichkeit mit seinesgleichen, die zweite mit anderen Vertretern der Fauna und insbesondere mit uns Menschen, und die dritte Sozialisierung strebt seine Verträglichkeit mit allen möglichen und unmöglichen Umweltreizen an.

Wenn der Hund im Sinne dieser Sozialisierungen erzogen oder resozialisiert wurde, mithin ihm klar verständlich demonstriert wurde, dass Herrchen oder Frauchen für ihn eine vertrauenswürdige und berechenbare Führungspersönlichkeit sind, an denen er sich zuverlässig orientieren kann und in allen Lebenslagen für ihre beiderseitige Sicherheit sorgen, er also auch keinerlei Verantwortung für irgend eine Ressource wie beispielsweise das Revier hat, wird er sogar ohne Leine, wie mittels eines Klebebandes, an des Menschen Hacken hängen. Denn was sollte ihn dazu veranlassen, den Stress auf sich zu nehmen, das feindliche Revier nach Feinden aufzuklären und Gefahren abzuwehren. Viel angenehmer lebt es sich doch in der wohltuenden Nähe unter fürsorglichem Schutz seines Herrchens oder Frauchens. Insofern ist ein an der Leine zerrender Hund meistens ein Indiz dafür, dass er nicht sozialisiert, mithin erzogen wurde und die Verantwortung für das vor ihm liegende Revier einschließlich der dafür notwendigen Entscheidungsfreiheiten übertragen bekommen hat, bewusst oder unbewusst.

Ergo genügt es, dem Hund klar und verständlich in Form weniger Gesten sein Sicherheitsgefühl zu vermitteln. Und schon wird er, ohne auch nur einen Gedanken daran zu verschwenden, das Weite suchen zu wollen, an der herunter baumelnden Leine neben Frauchen hertrotteln.

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12. DER IRRTUM NAMENS DOMINANZ

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Mein Hund ist schrecklich dominant”…

…begann die schier verzweifelt wirkende junge Frau ihre Bitte an mich, ihr doch zu helfen, ihren „Rüpel“ zur Räson zu bringen, falls dies überhaupt noch möglich sei. Sie wolle es noch einmal versuchen, weil sie ihn trotz seiner vielen Macken doch liebe. Daraus entnahm ich, dass sie schon mehrere fehlgeschlagene Versuche hinter sich hatte.

Da ich nicht als Klugscheißer dastehen und sie auch nicht gleich zu Beginn belehren wollte, bat ich sie, erst einmal zu schildern, woran sich dies denn zeige. Und dann zählte sie beinahe das gesamte Repertoire des agonistischen Verhaltens eines Hundes auf, also alle typischen Verhaltensweisen, die mit Konkurrenz, Rivalität und Wettbewerb in Verbindung stehen, einschließlich Imponier- und Drohgebärden. Das einzige, was sie nicht aufzählte, waren die Beschwichtigungs- und Demutsgesten, die natürlich auch in dieses Repertoire gehören. Aber das lag wohl daran, dass sie die Bedeutung des Verhaltens ihres Schützlings fehlinterpretierte und eben fälschlicherweise seiner vermeintlichen Dominanz zuordnete; und da passt ein unterwürfiges Verhalten halt nicht dazu.

Besonders störe sie sein aggressives Verteidigen des Futters und das Rowdytum auf der Hundewiese. Wahrscheinlich habe sie einfach nur Pech, dass sie einen Hund mit einem solch ausgeprägten dominanten Wesen erwischt habe.

Aber spätestens an dieser Stelle musste ich dann doch ein wenig schulmeisterlich intervenieren, aber in erster Linie, um ihr Mut zu machen, dass wir das schon hinkriegen.

Ich musste ihr nämlich erklären, dass es keinen grundsätzlich dominanten Hund gibt und schon gar keinen solchen Wesenszug oder eine solche Charaktereigenschaft. Wenn das so wäre, müsste man sogar unterstellen, dass dies u.U. vererbbar wäre. Aber das ist es ebenso wenig wie eine vererbbare Rangstellung.

Vielmehr ist all das, was sie mir aufzählte, nichts anderes als ein absolut normales Verhalten aufgrund einer ihrem Hund überlassenen oder übertragenen Ressourcenverantwortung verbunden mit einem entsprechenden Entscheidungsspielraum.

Es gibt dazu eine wissenschaftliche Studie, auf die ich auch in meinem Buch „Problemhunde und ihre Therapie…“ hinweise, in der sehr schön beschrieben wird, dass der Begriff Dominanz fälschlicherweise für eine vermeintliche Charaktereigenschaft des Individuums Hund verwendet wird, obwohl es eigentlich eine Eigenschaft in der Beziehung von Individuen beschreibt.

Dominanz oder besser gesagt das Verhalten des dominierenden Parts, ist immer nur eine situative Verhaltensweise bezogen auf eine konkrete Ressource in diesem Moment. Abhängig ist sie von zwei Bedingungen oder Voraussetzungen:

  1. Der Hund hat die Verantwortung für eine Ressource, die ihm bewusst oder unbewusst übertragen wurde; meistens aber unbewusst, ansonsten würde sein daraus resultierendes Verhalten wahrscheinlich nicht als auffällig oder ungewöhnlich interpretiert werden und
  1. Die konkrete Ressource hat für den Hund eine ausreichende Wertigkeit oder Bedeutung, die entweder grundsätzlicher Natur sein kann oder aber nur situationsabhängig wirkt. In der englischsprachigen Studie wird dies als „subjective resource value“ (subjektive Ressourcen Wertigkeit) bezeichnet und beschreibt die Bedeutung, die diese konkrete Ressource in diesem Moment für den Hund gerade hat. Vergleichbar mit einem menschlichen Phänomen, wonach ein spielendes Kind in einer konkreten Situation ein ganz bestimmtes Spielzeug scheinbar “bis aufs Blut” verteidigen, in einer anderen Situation dieses aber jedem anderen Interessenten großzügig überlassen würde, weil gerade ein anderer Gegenstand sein Interesse bindet.

Insofern ist all das, was die verzweifelte junge Frau mir an vermeintlichem Dominanzgebaren ihres Schützlings beschrieben hat, nichts anderes, als das Ergebnis eines ihm zugestandenen zu großen Entscheidungsspielraums. Sie hat ihm offensichtlich Ressourcenverantwortungen übertragen nicht nur für sein Futter, sondern sogar, wie an seinem vermeintlichen Rowdytum auf der Hundewiese erkennbar, für das Revier. Und wenn ein Hund im Besitz einer Ressource ist, die ihm zugestanden wird, und die für ihn eine ausreichende Bedeutung hat, wird er diese auch entsprechend energisch verteidigen bis hin zur Aggression.

Somit liegt die Lösung und damit die Hilfe für die junge Frau auf der Hand: Entbindung des Hundes von der Verantwortung für die ihm offensichtlich übertragenen oder zugestandenen Ressourcen und damit verbunden, die Einschränkung seines Entscheidungsspielraumes. Dazu muss Frauchen ihm deutlich zeigen, dass sie ihm in allen Lebenslagen ein zuverlässiger und berechenbarer Garant zur Sicherstellung seiner Grundbedürfnisse ist, an der er sich orientieren und zu der er uneingeschränktes Vertrauen haben kann.

Wie dies funktioniert, habe ich ihr in einer einzigen Trainingseinheit erklärt. Und es sollte mit dem Teufel zugehen, vorausgesetzt, sie hält sich konsequent an die vereinbarten Regeln, wenn ihr Schützling dann nicht sein Machogebaren ablegt.

Aber sein Wesen ist dann noch das gleiche wie vorher: Ein liebenswerter und treuer Freund, der es nicht in seinen Genen verankert hat, dominant sein zu wollen.

Zum besseren Verständnis sei mir aber noch eine abschließende Bemerkung zur Dominanz gestattet: Der Schlüssel zum besseren Verstehen der Begrifflichkeit Dominanz und was sich dahinter tatsächlich verbirgt, liegt wahrscheinlich in dem Verständnis, dass sie eine Eigenschaft der Beziehung zwischen Individuen beschreibt und die Dominanzbeziehung, die zwischen Individuen entsteht, eher das Ergebnis einer Anerkennung des Überlegenen durch den Rangniederen ist, und nicht umgekehrt das Ergebnis eines eventuell sogar aggressiven Einforderns des dominanten Parts ist. Unter Beachtung dessen entpuppen sich nämlich eine Vielzahl von angeblichen Dominanzgebaren als gar keine solchen, und anders herum, werden tatsächliche Situationen, die eine Dominanzbeziehung charakterisieren, als gar nicht solche erkannt. Ein Beispiel für Letzteres: Sollten sich in einem Rudel einmal die Raufbolde in die Wolle kriegen, ist nicht zwingend der dominante auch der größte Raufbold; im Gegenteil, der liegt meistens erhaben und entspannt am Rande des Geschehens und beobachtet das Ganze höchst gelangweilt. Erst wenn es ihm zu bunt wird und eigene Interessen betroffen sind, wird er sich erheben und aufrechten Ganges, vielleicht noch mit ein paar imponierenden Gesten, durch diese Meute schreiten und für Ordnung sorgen. Und das Ganze noch, ohne sich die Pfoten schmutzig zu machen. Denn auch das ist ein wesentliches Kriterium der Dominanz:

Sie führt nicht, wie vielleicht angenommen, zu mehr Streitigkeiten oder Auseinandersetzungen, sondern bewirkt genau das Gegenteil, nämlich das friedliche Schlichten und Vermeiden von Auseinandersetzungen. Indem nämlich die Beziehung in einer Hierarchie dadurch gekennzeichnet ist, dass das Unterwerfen eine aktive und vom sich Unterwerfenden ausgeht.

Insofern kommt es zwischen Hund und Mensch immer dann zum Konflikt, wenn Frauchen ihren ihr zustehenden dominanten Part nicht ausfüllt und der Hund meint, eine Ressource verteidigen zu müssen, die ihm aber eigentlich gar nicht gehören sollte.

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11. “SIND SIE EIN HOCHSTAPLER ODER EIN GENIE?…

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…war die Frage einer misstrauisch gewordenen Kundin, weil sie in mehreren meiner Veröffentlichungen gelesen habe, es sei prinzipiell möglich, jede Verhaltensauffälligkeit eines Hundes in nur einer einzigen Trainingseinheit korrigieren zu können.

Ich musste die Dame zwar insofern korrigieren, dass ich nicht behaupte, jede, sondern beinahe jede Verhaltensauffälligkeit; also mit wenigen Ausnahmen beispielsweise solcher Fälle, wo die Ursache medizinisch klinischer oder genetischer Natur ist. Diese Fälle sind zwar sehr selten, kommen aber vor.

Trotzdem blieben ihre Skepsis und ihr Misstrauen, denn ich bestätigte ihr nochmal, dass alle bisher von mir behandelten „Problemfälle“ – angefangen bei harmlosen „Macken“ wie Zerren an der Leine oder Bellen wie ein Geisteskranker bis hin zu schwerwiegenderen Problemen wie Aggressionen, Angreifen oder Beißen – tatsächlich in kürzester Zeit korrigierbar seien. Allerdings nur unter Beachtung einer einzigen Bedingung: Eine gute Compliance der Hundebesitzer, also ihre konsequente Therapietreue im Anschluss an das Training.

Aber ich hoffe, weder das eine zu sein, und ich bedaure, noch das andere zu sein. Die Lösung für meinen Therapieansatz ist weder Pseudowissenschaft noch Genialität, sondern findet sich in lapidaren Grundkenntnissen der Kognitions- oder Neurowissenschaft wieder. Nun fühlt sich in diesen Fachgebieten sicherlich nicht jeder gleich zu Hause, aber das ist auch gar nicht notwendig. Denn zum Verstehen reicht es aus, sich den Unterschied zwischen Ausbildung und Erziehung und den sich daraus ergebenden Unterschieden in der Speicherung beider Ergebnisse im Gehirn des Hundes zu vergegenwärtigen.

Das Langzeitgedächtnis des Säugetiergehirns unterscheidet sich u.a. hinsichtlich der beiden Arten:

• Implizites und
• explizites Gedächtnis.

Im impliziten Gedächtnis werden alle Fähigkeiten und Fertigkeiten abgespeichert, die u.U. durch wiederholtes und teilweise mühsames Üben und Trainieren im wahrsten Sinne des Wortes erlernt werden müssen. Dies entspricht in unserem Kontext der Ausbildung. Das sind insbesondere alle motorischen Fähigkeiten und Fertigkeiten und alle solche, bei denen das komplexe Zusammenspiel von Gleichgewicht, Grob- und Feinmotorik unter Berücksichtigung und Verarbeitung einer Vielzahl von unterschiedlichen Sinnesinformationen erfolgt. Eine Besonderheit, und damit eines der wesentlichen Unterschiede zum expliziten Gedächtnisinhalt, besteht darin, dass die jetzt abgespeicherten Ergebnisse dem Zugriff des Bewusstseins entzogen sind. Ein Beispiel aus der menschlichen Natur: Niemand kann einem anderen, der nicht Fahrrad fahren kann, erklären, wie man Fahrrad fährt, obwohl man es mühsam selbst erlernt hat. Und ein Beispiel aus der Hundewelt ist das Konditionieren, also das “Anhängen” von bedingten Reflexen an einen natürlichen Reflex durch externe Stimuli, beispielsweise mittels Leckerli (Stichwort „Sitz, Platz und Co.“), bis der Hund “abgespeichert” hat, dass beide Stimuli zusammengehören.

Anders sieht es aber aus mit dem expliziten Gedächtnis. Hier speichert das Gehirn alle Informationen wie Daten und Fakten, Episoden und Erlebnisse oder Kenntnisse. Es wird auch als das deklarative Gedächtnis bezeichnet und ist damit aber dem Bewusstsein, im Gegensatz zum impliziten, zugänglich. Und zu solchen Speicherdaten zählen auch erlernte Regeln und Überzeugungen.

Eine schöne Metapher zum besseren Verstehen der Zusammenhänge ist das Erlernen des Essens mit Messer und Gabel. Auch dieser Lernprozess vereint sowohl Elemente der Ausbildung als auch der Erziehung. Wollen Kinder dies beherrschen, müssen sie sich einerseits diese Fähigkeiten mühselig nach dem Prinzip „trial and error“ (Versuch und Scheitern) aneignen und werden sicherlich etliche Male die Speise auf dem Weg der Gabel vom Teller bis zum Mund verlieren oder sich die Gabel statt in den Mund in die Nase stechen, abgesehen vom verzweifelten Kampf mit dem scharfen Messer. Schließlich und endlich werden sie es aber irgendwann sogar geschickt bis zur Perfektion beherrschen. Allerdings benötigt dieser Prozess bis zur Beherrschung oder Perfektionierung mehr oder weiniger viel Zeit.

Andererseits muss das Kind aber, nachdem es das Hantieren mit Messer und Gabel unfallfrei beherrscht, noch lange nicht wissen, nach welchen Regeln denn nun mit diesen Gerätschaften zu hantieren ist. Beispielsweise dass die Gabel für gewöhnlich in die linke und das Messe in die rechte Hand zu nehmen ist. Oder dass der Ellbogen nicht auf dem Tisch zu verbleiben hat, wenn die Gabel mit der Speise zum Munde geführt wird und nicht der Mund zur Gabel usw.

Die entscheidende Frage bezüglich des hiesigen Themas sollte nun lauten: Benötigen wir zur Erklärung dieser letztgenannten Regeln Zeit, ähnlich wie beim Ausbilden? Wohl kaum. Hier genügt in der Regel, so die kognitiven Fähigkeiten normal ausgeprägt sind, eine einmalige Erklärung oder Demonstration. Und schon sollte das Kind die Regeln begriffen haben. Je nachdem wie komplex die Regeln sind, muss hier und da vielleicht noch eine kleine Korrektur oder Ergänzung erfolgen, aber das sollte ausreichen, und schon werden die Regeln beherrscht. Das Anwenden dieser Regeln ist dann aber keine Fähigkeit oder Fertigkeit, sondern das Abrufen von Wissen aus dem deklarativen Gedächtnis. Sicherlich wird das Kind auch hier und da mal wieder von den bekannten Regeln abweichen wollen, weil sie nicht in jeder Lebenssituation angenehm zu sein scheinen; aber dann reicht ein kleiner Korrekturhinweis durch Mama oder Papa (Compliance) und schon läuft es wieder.

Da die Resozialisierung eines verhaltensauffälligen Hundes keine Ausbildung ist und demzufolge auch keine bedingten Reflexe mühsam im impliziten Gedächtnis angelegt werden müssen, sondern ihm lediglich bisher ihm offensichtlich nicht erläuterte, besser gesagt demonstrierte Verhaltensregeln im Zusammenleben mit seinem Rudelführer Mensch gezeigt werden müssen, ist dies auch ein relativ kurzzeitiges Unterfangen. Einmal „erklärt“ reicht in der Regel aus.

In den meisten Fällen genügt es, dem Hund zu demonstrieren, dass Herrchen/Frauchen ab sofort zuverlässig und berechenbar für die Befriedigung seiner Grundbedürfnisse sorgt und sein Entscheidungsspielraum dadurch extrem eingeschränkt ist, er also keine Verantwortung für irgend eine Ressource hat. Wie dies gelingt, zeige ich jedem Interessierten gerne, denn damit verdiene ich mein Geld.

Und jeder wird sehen, dass das nichts mit Hochstapelei oder gar Genialität zu tun hat.

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10. COMPLIANCE UND DER ERFOLG ODER MISSERFOLG EINER HUNDE-THERAPIE

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Warum scheitern gelegentlich Therapien oder wann sind sie erfolgreich?

Was ist Compliance?

In der Humanmedizin bezeichnet Compliance eines Patienten dessen kooperatives Verhalten im Rahmen einer vom Arzt verordneten Therapie. Wenn der Patient die Empfehlungen und Ratschläge des Arztes konsequent befolgt, sich also therapietreu verhält, spricht man von einer guten Compliance. Laut Weltgesundheitsorganisation trifft eine solche aber nur auf 50% der Patienten zu. Mit anderen Worten: Nur die Hälfte der Patienten ist ernsthaft bereit, die Therapie des Arztes oder Therapeuten zu unterstützen und sich gegen ihre Krankheit zu wehren.

Worin liegen die Gründe?

Die dazu durchgeführten Studien ergeben eine ganze Bandbreite an Ursachen. Sie reichen von Vergesslichkeit oder mangelnde Organisationsfähigkeit des Patienten im Alltag über Bequemlichkeit ob des Aufwandes bis hin zum unzureichenden Verstehen der vom Arzt gegebenen Anweisungen.

Treffen diese Erkenntnisse auch auf die Mensch-Hundetherapie zu?

Meine Erfahrungen aus der Praxis der Hundetherapie bestätigen diese Erkenntnisse. Es handelt sich zwar nur um wenige Fälle des Misserfolges, aber immerhin. Ihre Ursachenanalyse belegen eindrucksvoll einen nahezu 100%-igen Anteil an Non-Compliance, also das Nichtbefolgen meiner Handlungs- und Verhaltensempfehlungen durch die Hundebesitzer(innen).

Und solche Erkenntnisse stimmen mich als Trainer durchaus traurig, denn die daraus resultierenden Misserfolge beschädigen nicht nur meinen Ruf als erfolgreichen Therapeuten, sondern führen bei meinen Kunden zu Frustration. Und das ist deshalb besonders ärgerlich, weil viele der Kunden, die zu mir kommen, ohnehin schon frustriert sind, weil sie bereits einen deprimierend erfolglosen Marathon an Hundeschulbesuchen hinter sich haben und nun nahezu verzweifelt mich im Sinne des „Nach-dem-letzten-Strohhalm-Greifens“ um Hilfe bitten.

Meine Methode basiert auf der Ethologie und Psychologie:

Da ich im Rahmen umfangreicher Studien zur Ethologie und Tierpsychologie eine sehr erfolgreiche Therapiemethode entwickeln konnte, mittels derer nahezu alle Verhaltensauffälligkeiten in sehr kurzer Zeit, gewöhnlich in nur einer einzigen Trainingseinheit, beseitigt werden können, ist es enttäuschend für mich, wenn die sehr schnellen Erfolge, die teilweise zu euphorischen Reaktionen der Kunden führen, durch ihre Non-Compliance zunichte gemacht werden. Doch der Erfolg dieser Methode ist nun einmal unlösbar mit der Therapietreue des Kunden verknüpft.

Beispiele des Non-Compliance:

Eines der häufig anzutreffenden Non-Compliance-Merkmale ist die Inkonsequenz, begründet meistens in der Bequemlichkeit der Hundebesitzer. Wenn beispielsweise der Hund soziale Regeln lernen soll und deren Einhaltung nur ab und zu eingefordert wird, beispielsweise situationsabhängig, weil es dem Hundebesitzer jetzt gerade genehm ist oder eben auch nicht, bringt man den Hund in einen Konflikt, auf den er zwangsläufig wieder in gewohnter und verhaltensauffälliger Weise reagieren muss. Ein Hund ist kognitiv nicht in der Lage, die Kausalität und Bedingungen der unterschiedlichen Situationen einzuschätzen, warum er sich gestern an diese Regel halten sollte und heute nicht. Ein ebenso häufig anzutreffendes Beispiel ergibt es aus der Schutzfunktion, die der Rudelführer Mensch dem Hund gegenüber wahrzunehmen hat. Wenn der Mensch ihm nur ab und zu das Gefühl, beschützt zu werden, vermittelt, kann sich daraus sogar für den Hund ein erhebliches Stressniveau ergeben.

Die Quintessenz und ein Axiom:

Die Therapiemethode, die ich anwende, basiert nicht nur auf theoretisch wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern ebenso auf empirischen Studien und kann als sehr effizient und erfolgreich bewertet werden. Aber ihr nachhaltiger Erfolg, also die Überführung der relativ kurzfristig und schnell erzielten positiven Ergebnisse in eine lang andauernde Stabilisierung in Form des sozial konformen Verhaltens des Hundes, hängt entscheidend von der konsequenten Einhaltung der Verhaltensregeln durch den Hundebesitzer ab. Auch auf die Gefahr, dass ich mich wiederhole, erlaube ich mir an dieser Stelle noch einmal das erwähnen eines Axioms: Das Verhalten des Hundes ist nur eine Konsequenz aus dem Verhalten des Hundeführers. Wenn Herrchen oder Frauchen will, dass sich das Verhalten ihres Hundes ändert, müssen sie im Sinne von Ursache und Wirkung zuvor ihr eigenes Verhalten ändern.

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